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Smiley Re: A`losenhilfe: wie das "anrechenbare Vermögen" ausgeben ?
Hallo La Venezolana,



eben die alte Zwickmühle: Wie soll man fürs Alter vorsorgen und nach Ablauf des Bezugs von Arbeitslosengeld die Hürde der Bedürftigkeitsprüfung überwinden? Wie HansK schon erwähnte, hilft da im bescheidenen Rahmen die Broschüre "Leitfaden für Arbeitslose" mit Tipps weiter. Ich kann die Lektüre des Fachhochschulverlags Frankfurt/Main nur empfehlen.



Es ist ein schlechter Witz für Langzeitarbeitslose, die sich durch Eigeninitiative um einen neuen Job bemühen sollen, gleichzeitig durch zunehmendes Alter, soziale und familiäre Probleme immer mehr an Vermittlungschancen verlieren.



Es herrscht nach wie vor irrsinnigerweise in den Unternehmen der Jugendwahn vor. So lautet immer wieder die vermeintliche Begründung. In Wahrheit sind Unternehmern Jugendliche, die mit Gewerkschaften nichts am Hut haben, lieber als langjährig organisierte Belegschaftsangehörige mit erworbenen betrieblichen Sozialleistungen. Die treuen Belegschaftsangehörigen älterer Generation werden Unternehmern einfach finanziell zu lästig und durch unerfahrene, finanziell erpressbare Jugendliche ausgetauscht. Das ist der zwischen Daumen und Zeigefinger befindliche Hintergrund des angeblichen Jugendwahns.



Politiker, Ämter und Wirtschaft tragen ihre öffentlichen Kassenprobleme in unverantwortlicher und unverschämter Weise auf dem Buckel der sozial Schwachen aus. Die Schikanen nehmen noch zu, weil Sperrzeiten amtlicherseits provoziert werden, Ersparnisse quasi konfisziert werden (durch Vorgabe von Verwendungs- und Einsatzzwecken), Arbeits- und Sozialrechte demontiert werden und mittlerweile Rechtsuchende auf ihre Inanspruchnahme von Rechtsmitteln unter Androhung von Gerichtsgebühren in Höhe von 75 EUR bei Sozialgerichtsverfahren abgehalten werden sollen.



Jeder Bürger soll lt. verkorksten Vorstellungen der FDP/CDU/CSU mehr Eigenverantwortung in der Gesundheitsversorgung und der Altersorsorge warnehmen. Nur soll man dem Bürger dazu auch in die Lage versetzen, indem man den Unternehmern endlich gehörig Tritte in den Achtersteven versetzt und sie mit staatlichen Zwangsmaßnahmen zu Einstellungen zwingt. Nur wer durch Arbeit sein Lebensunterhalt existenzsichernd aufrechterhalten kann, ist auch real in der Lage sich die geforderte Eigenverantwortung finanziell zu leisten. Seit Jahr und Tag sind die Politiker und Unternehmer mit dieser Sprücheklopperei der Senkung der Lohnnebenkosten weit von den realen Lebensverhältnissen entfernt und nur auf ihre egoistische Pfründesicherung bzw. Profitmaximierung fixiert.



Wie soll ein Langzeitarbeitsloser mit sinkenden Vermittlungschancen sein Alter absichern, wenn ihm gleichzeitig die früher durch redliche Arbeit erworbenenen Ersparnisse wie Bissen im Munde vorgezählt werden. Außerdem setzt man zu allem Überfluß noch das Renteneintrittsalter von 60 auf 63 für Schwerbehinderte, von 65 auf 67 Jahre für die Regelaltersrente herauf. Zusätzlich zwingt die Arbeitsagentur ältere Langzeitarbeitslose gemäß Â§ 438 SGB III mit Rentenabschlägen von 10,8% in den vorgezogenen Altersruhestand zu wechseln. Dem Langzeitarbeitslosen fehlen dann Versicherungszeiten und versicherungspflichtige Einnahmen wie Alg oder Alhi, die höher liegen als die berechnete Altersrente.



Was dieser Staat betreit, ist die zunehmende Verelendung der älter werdenden Bevölkerung. Damit noch nicht Schluß, kommt noch die volle Übernahme des bisher hälftigen Pflegebeitrags durch die Rentner und die volle Besteuerung der Renten. Nur eins fehlt: Endlich eine Beitragserhebung für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bei den Beamten. Die verbeamteten Pewnsionäre zahlen, wenn überhaupt, nur ermäßigte Praxisgebühren, erhalten zeitlebens Steuererleichterungen für PKW-Besteuerung und andere Mätzchen, zahlen wie gesagt keine Sozialbeiträge, gehen meist abschlagsfrei in den vorgezogenen Ruhestand, müssen dafür aber die volle Pension versteuern. Ein AN, der Rentner wird, hatte im Vergleich diverse Sozialbeiträge auf seinen Bruttoarbeitsverdienst abzuführen, seine Rente war dann nur in Höhe des Ertragsanteils zu versteuern. So die Theorie! Durch entsprechende Freibeträge wurde die Besteuerung der unteren Renten meist aber nie wirksam. Auf Betreiben eines haßerfüllten verbeamteten Oberstudienrats auf Rentner, der wegen einer vermeintlichen Steuerungerechtigkeit bis zum Bundesverfassungsgericht zog, hatte die Bundesregierung die Besteuerungsgrundlagen der Rentner einschneidend für die Zukunft verschärft, aber die Beitragserhebung auf Beamtensold vorsätzlich unterlassen.



Es ist jedem anzuraten schon rechtzeitig vor Beantragung der Arbeitslosenhilfe seine Ersparnisse den Regeln für verschontes Vermögen anzupassen:

200 EUR pro Lebensalter und

200 EUR pro Lebensalter für eine eigene Altersvorsorge



Alles andere auf Konten, Wertpapieren zu lassen und auch in Einkommenssteuererklärungen treu und brav anzugeben ist für Dich selbst fahrlässig. Wenn man schon langfristig den sozialen Abstieg absehen kann, dann sollte man dem vorausschauend entgegenwirken und erspartes Vermögen aus der Kontrollmöglichkeit von Arbeits-, Sozial- und Finanzamt nehmen. Ich kann Dir nur raten, die ablaufenden Geldanlagen bis auf das genannte Schonvermögen aufzulösen und für sinnvolle Anschaffungen oder Reisen etc. zu verpulvern.



Für eine Altersvorsorge kannst Du die bisher bei Bundesbürgern so geliebte Kapitallebensversicherung oder die Rentenversicherung völlig abschreiben. Die Besteuerung dieser Anlagen wird verschärft. Die ausschüttungsfähigen Überschußbeteiligungen und die Lebenstafeln sinken fortlaufend.



Was bleib, ist die staatlich geförderte Riesterrente. Aber dort ist Arbeitslosen der Zugang verwehrt, wenn sie keine Lohnersatzleistungen mehr von der Arbeitsagentur beziehen. Also sollte man sie noch abschließen, bevor man die Arbeitslosenhilfe beantragt und die Bedürftigkeitsprüfung nicht überwindet. Die Rieseterrente ist eine der wenigen Altersvorsorgen, die die Arbeitsagenturen im Rahmen der Freibeträge dem Langzeitarbeitslosen nicht anrechnen. Wie lange das so geht bleibt abzuwarten.



Was noch für Dich wichtig ist, wenn Du keine Arbeitslosenhilfe bewilligt bekommst, weil Du Deine Ersparnisse zum Lebensunterhalt verbrauchen sollst!



Melde Dich immer weiterhin aller drei Monate mindestens bei der Arbeitsagentur arbeitslos und arbeitssuchend. Verlange dazu ein spezielles Registrierungsformular. Der Zweck der Übung: Deine Rentenversicherungszeiten während der Arbeitslosigkeit meldet die Arbeitsagentur weiterhin an die BfA, LVA, Knappschaft oder an andere Rentenversicherer. Verpasst du die Drei-Monats-Regel --> dann bist Du völlig raus aus der Rentenversicherung und Du läufst als Altersrentner/in Gefahr, daß Dir Anwartschaften für die Altersrente fehlen. Dann wäre Altersarmut vorprogrammiert auf Niveau von Sozialhilfe.



Ab dem Tag des Erschöpfens der Lohnersatzleistung empfiehlt sich eine freiwilige Kranken- und Pflegeversicherung.

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