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Smiley Re: Wo finde ich Ferienjobs?
Ferienjob



Chancen und Grenzen beim Jobben



Wenn Schüler und Studenten jobben, sollten sie sich ihren Ferienjob genau aussuchen. Damit das Gehalt stimmt, aber auch die Arbeitsbedingungen. Außerdem müssen Regeln beachtet werden. Unter 18 Jahren ist nicht jede Arbeit erlaubt. Und dann will der Staat auch von Schülern und Studenten Steuern und Sozialabgaben. Diese Abzüge können Sie aber in den Griff kriegen. Damit Sie im nächsten Jahr nicht großen Ärger mit Ihren Eltern bekommen, dürfen Sie nicht zu viel verdienen, sonst wird das Kindergeld und vieles mehr gestrichen.



Gründe



Ferien bedeuten für viele Schüler und Studenten nicht nur Sonne, Strand und Urlaub, sondern auch Arbeiten und Geld verdienen. Jugendliche und junge Erwachsene müssen oder wollen eigenes Geld verdienen. Schüler wollen ihr Taschengeld aufbessern, brauchen Geld für schicke Klamotten, einen neuen Computer oder ein schnelles Fahrrad. Auch Hobbys wie Reiten oder Skifahren wollen finanziert werden. Die Älteren jobben für den Führerschein, ein Motorrad oder das erste Auto. Studenten brauchen mehr. Viele von ihnen müssen ihren Lebensunterhalt teilweise oder ganz selbst bestreiten, etwa die Miete für die eigene Wohnung verdienen. Und schließlich kann man mit dem Geld, dass man am Anfang der Ferien verdient hat, an deren Ende in Urlaub fahren. Dann kann es nach den Ferien gut erholt zurück in die Schule oder an die Uni gehen. Denn eines muss klar sein: Die Schule und das Studium gehen vor. So viele Vorteile ein Ferienjob haben mag, langfristig zählt der Schulabschluss und das Diplom. Die wenigen Studien, die es zu dem Thema Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland gibt, gehen davon aus, dass rund die Hälfte der jugendlichen Schüler nebenher oder in den Ferien jobbt und dabei die gesetzlichen Schutzvorschriften mehr oder weniger genau beachtet werden. Bei Studenten wird noch deutlich mehr Geld nebenher verdient.



Mit Ferienjobs wachsen Schüler und Studenten Stück für Stück in die Arbeitswelt hinein. Sie erfahren, was es heißt, Leistung gegen Geld zu bringen, eine Aufgabe zu übernehmen, Verantwortung zu tragen. Sie lernen den Wert des Geldes kennen und gewinnen Unabhängigkeit. Eigenes Geld zu verdienen, stärkt das Selbstbewusstsein. Ein Ferienjob bringt nicht nur Geld, sondern auch wichtige Erfahrungen.



Suchen und Finden



Schüler und Studenten sind billige und flexible Arbeitskräfte. Deswegen sind sie bei den Betrieben beliebt und werden gerne eingesetzt. Die Arbeitnehmer müssen nicht nur weniger Gehalt als regulären Arbeitskräften zahlen, sie sparen häufig auch an Steuern und Sozialabgaben. Insofern ist es nicht allzu schwer, einen Ferienjob zu ergattern. Etwas schwieriger ist es schon, einen guten Job mit einer guten Bezahlung zu finden.



WISOtipp: Nicht gleich beim erst besten Jobangebot einschlagen, sondern verschiedene Angebote vergleichen.



Wer ein paar Wochen am Stück arbeiten will, sollte sich seinen Arbeitgeber näher anschauen. Schließlich sollen Arbeitsbedingungen und Gehalt stimmen. Folgendes sollten Sie vorab klar stellen:



Arbeitszeiten: Wie lange wird gearbeitet? Sind Überstunden zu erwarten? Wann am Tag oder in der Nacht wird gearbeitet?

Arbeitsumfang: Was sollen Sie leisten? In welchem Zeitraum muss die Leistung erbracht werden?

Arbeitsbedingungen: Wo arbeiten Sie, draußen oder drinnen, auch bei Kälte und Regen? Sind Sie Lärm, Giftstoffen, Gasen oder Strahlungen ausgesetzt?

Welches Gehalt wird gezahlt? Wird nach Dauer oder Stückzahl bezahlt? Wie werden Steuern und Sozialabgaben gezahlt?

Welche Voraussetzungen sind gefragt, wie etwa Führerschein, Sprachkenntnisse oder Gesundheitszeugnis?



Es kommt durchaus vor, dass mehr Leistung verlangt wird als ursprünglich vereinbart oder dass die Arbeitsbedingungen verschärft werden oder dass das Gehalt verspätet, gekürzt oder gar nicht gezahlt wird. Sie sollten sich also einen Arbeitgeber suchen, dem Sie soweit vertrauen, dass er solche Tricks nicht anwendet. Die meisten Schüler und Studenten kommen über Empfehlungen ihrer Mitschüler, Kommilitonen oder ihrer Eltern an einen Ferienjob. Die liefern die Einschätzung, ob der Arbeitgeber seriös ist, meist gleich mit. Wer solche Beziehungen nicht nutzen kann, muss in die Zeitung oder ins Internet schauen. Die Anzeigen in der Lokalzeitung haben meist den Vorteil, dass die Jobs in der Nähe sind. Die Internetseiten sind weniger auf eine bestimmte Region beschränkt, bieten dafür aber oft interessantere Jobs. Solche Websites sind unter anderem:



www.schuelerjobs.de

www.jobber.de

www.promotionjobs.de

www.studjobs.de

www.ferienjob.de



Auch vom Arbeitsamt werden Ferienjobs vermittelt. Die Ämter haben eigene Job-Vermittlungen für solche Tätigkeiten. Ansprechpartner, auch bei Ihrem örtlichen Arbeitsamt finden Sie im Internet unter www.arbeitsamt.de. An den Universitäten und Fachhochschulen vermitteln zumeist das Studentenwerk oder der AStA Jobs. Gegebenenfalls können Sie sich auch an private Vermittler wenden. Hier müssten Sie vorab klären, was Sie die Vermittlung kostet und ob sich das für Sie lohnt. Sie finden eine Liste privater Arbeitsvermittler beim Bundesverband Personalvermittlung im Internet unter www.bpv-info.de. Die Postadresse lautet Prinz-Albert-Strasse 73 in 53113 Bonn, Telefon 0228/630078, Fax: 0228/7 66 12-26.



Überblick



Um einen Eindruck darüber zu vermitteln, was alles möglich ist, hat WISO folgende Liste von 37 typischen Schüler- und Studentenjobs von der Website www.schuelerjobs.de übernommen. Die Kollegen von www.schuelerjobs.de haben zusammengetragen, welche Tätigkeiten auf den Bewerber zukommen, was vorausgesetzt wird, wie viel im jeweiligen Job verdient wird und zu welchen Zeiten gearbeitet wird. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie zeigt aber, dass nicht alle Schüler und Studenten Prospekte austragen oder in Fast-Food-Restaurants arbeiten müssen. Es gibt viele Möglichkeiten.



Viele Möglichkeiten



Abendsekretär/in in Kanzleien

Du arbeitest in einer Kanzlei und erledigst die üblichen Büroaufgaben. Du tippst Texte besprochener Tonbänder ab, sortierst die Akten und kümmerst Dich um die Post. Du solltest schon einmal in einem Büro gearbeitet und erste Erfahrungen gesammelt haben. Etwa 8 Euro pro Stunde, Arbeitszeit: Wie es der Name schon sagt: abends



Aushilfe im Kino

Als Aushilfe im Kino verkaufst Du Popcorn und Getränke und bist für die Kontrolle der Eintrittskarten zuständig. Eventuell wird ein Gesundheitszeugnis von Dir verlangt. Ab 5 Euro pro Stunde. Du arbeitest während der Nachmittags- bzw. Abendvorstellungen.



Aushilfe in Filmstudios

Du wirst überall dort eingesetzt, wo gerade Not am Mann ist. So hilfst Du beispielsweise beim Aufbau der Kulissen, sitzt an der Kasse oder betreust die Verkaufsstände. Je nachdem, wofür Du eingesetzt wirst, bis zu 9 Euro pro Stunde. Arbeitszeit: Tagsüber.



Aushilfsverkäuferin

Du arbeitest beispielsweise in einer Boutique oder einem Kaufhaus und greifst den Verkäufern/innen unter die Arme. Du solltest freundlich sein und eine sympathische Ausstrahlung haben. Das Gehalt für Aushilfsverkäufer/innen ist sehr unterschiedlich. Pi mal Daumen kannst Du bis zu 10 Euro pro Stunde verdienen. Deine Arbeitszeit richtet sich nach den Geschäftszeiten.



Austräger

Du trägst Werbe-Prospekte in der Nachbarschaft aus. Das ist ein Job, der auch schon für Dreizehnjährige erlaubt ist. Bezahlt wird nach Stück, etwa ein bis drei Cent pro Stück. Arbeitszeit: Tagsüber.



Bankett-Servierer/in

Du arbeitest in Hotels, unterstützt den Frühstücksservice und hilfst bei der Ausrichtung von großen Festen. Um in der Gastronomie zu arbeiten, benötigst Du ein Gesundheitszeugnis.

Vorerfahrungen im Servicebereich sind von Vorteil. In der Regel ab 7 Euro pro Stunde. Und ganz wichtig: das Trinkgeld! Arbeitszeit: Der Frühstücks-Service kommt zwischen 6 und 11:30 Uhr zum Einsatz. Der Bankett-Service arbeitet abends von etwa 18 bis 1 Uhr.



Barkeeper/in

Du zapfst Bier, mixt die Cocktails und schenkst Getränke aus. Du arbeitest eng mit den Service-Kräften zusammen und dienst den Gästen als Ansprechpartner. Du solltest gute Nerven haben und auch in stressigen Zeiten freundlich lächeln können. Häufig wird Berufserfahrung verlangt. Du verdienst ca. 10 bis 15 Euro pro Stunde. Dazu kommt natürlich noch das Trinkgeld. Deine Arbeitszeit beginnt am Abend und kann bis spät in die Nacht gehen.



Bote/Botin (z.B. für Apotheken)

Du lieferst per Fahrrad oder per Auto (je nach Entfernung und Bedarf) Medikamente an Kunden oder Ärzte in Deinem Ort. Gute Ortskenntnisse, evtl. eigenes Fortbewegungsmittel (Fahrrad oder Auto). Das Gehalt beträgt zwischen 5 und 9 Euro pro Stunde. Oft ist auch noch ein Trinkgeld drin. Arbeitszeit: Meist nachmittags, einmal oder mehrmals die Woche.



Coder von Umfrageergebnissen

Du wertest Fragebögen aus, klassifizierst die Antworten und trägst anschließend die Ergebnisse in Tabellen ein. Du solltest EDV-Grundkenntnisse besitzen und logisch Denken können. Als Coder verdienst Du zwischen 9 und 13 Euro pro Stunde. Du arbeitest je nach Bedarf - es gibt fast keine festen Arbeitszeiten. Wenn Du einen eigenen Computer hast, kannst Du eventuell sogar von zu Hause aus arbeiten.



Computertrainer

Du bringst anderen Leuten den Umgang mit Computern und bestimmten Programmen bei. Du solltest die Programme ausgesprochen gut beherrschen und ein Talent haben, anderen Deine Kenntnisse vermitteln zu können. Als Computertrainer verdienst Du zwischen sechs und 15 Euro pro Stunde. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Terminen der Kurse.



Fast-Food-Verkäufer

Du verkaufst Fast-Food hinter der Theke und stellst es in der Küche auch her. Deswegen brauchst Du ein Gesundheitszeugnis. Außerdem musst Du leichte Reinigungsarbeiten leisten. Das Gehalt beginnt bei knapp 6 Euro die Stunde. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb.



Filmvorführer/in

Du führst Filme vor und wechselst die Filmrollen. Du solltest technisches Verständnis mitbringen und in hektischen Situationen die Ruhe bewaren. Als Filmvorführer/in verdienst Du zwischen 8 und 11 Euro pro Stunde. Abhängig von der Zeit der Vorführung arbeitest Du nachmittags und/oder abends.



Gameshow-Statist/in

Während der technischen Proben für eine Live-Sendung fungierst Du als Promi-Double. So können Lichteinstellungen, Bühnenaufbau etc. ideal aufeinander abgestimmt werden können. Der Stundenlohn für Gameshow-Statisten/innen liegt bei etwa 10 Euro. Je nach Bedarf arbeitest Du stundenweise oder ganztägig. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht.



Homesitter/in

Während sich Deine Arbeitgeber im Urlaub die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, bewachst Du ihr Haus. Du gießt ihre Pflanzen, kümmerst Dich um die Haustiere, holst die Post rein. Du solltest pflichtbewusst und zuverlässig sein. Fürs reine Homesitting inklusive Übernachtung bekommst Du etwa 26 Euro pro Tag. Kümmerst Du Dich außerdem um Haustiere, gibt's ca. 5 Euro mehr. Arbeitszeit: Du kannst Dir Deine Zeit frei einteilen.



Host/Hostess

Dein Einsatzort sind Messen und Empfänge. Dort verteilst Du kleine Präsente und versorgst die Besucher mit Getränken und Snacks. Du solltest eine freundliche Ausstrahlung haben, gute Umgangsformen besitzen und auf fremde Menschen zugehen können. Gerne gesehen sind Vorerfahrungen im Gastronomiebereich. Je nachdem, wie spendabel der Chef ist zwischen 9 und 11 Euro pro Stunde. Du arbeitest in der Regel tagsüber, eventuell auch am Wochenende.



Hotline-Assistent/in bei TV-Shows

Du betreust Hotlines von Fernsehsendungen, beantwortest Zuschauerfragen und befragst die Zuschauer zu verschiedenen Themen. Du solltest freundlich sein und eine angenehme Telefonstimme haben. Als Hotline-Assistent/in verdienst Du etwa 9 Euro pro Stunde. Arbeitszeit: Je nach Sendetermin. Du arbeitest während der Ausstrahlung plus zwei Stunden nach Sendeschluss.



HTML-Programmierer/in

Du programmierst HTML-Seiten fürs Internet und bist für den Aufbau eines übersichtlichen Layouts zuständig. Du solltest kreativ sein, gute EDV-Kenntnisse besitzen und einen eigenen Computer mit Internet-Anschluss haben. Als HTML-Programmierer/in verdienst Du zwischen 13 und 15 Euro pro Stunde. Arbeitszeit: Häufig Heimarbeit mit freier Zeiteinteilung.



Interviewer/in für Marktforschung

Du befragst die jeweils angestrebte Zielgruppe zu einem bestimmten Produkt und versuchst so, die Meinungen und Interessen der Verbraucher herauszufinden. Diese Befragungen werden sowohl auf der Straße als auch am Telefon durchgeführt. Du solltest eine sympathische Ausstrahlung haben, diplomatisch sein und auf fremde Menschen zugehen können. Ob ein Mindestalter vorgeschrieben ist, hängt von der angestrebten Zielgruppe ab. Als Interviewer/in verdienst Du zwischen 8 und 10 Euro pro Stunde. Die Arbeitszeiten sind sehr flexibel.



Inventurhilfe im Einzelhandel

Zu Deinen Aufgaben zählt beispielsweise das Einsortieren verschiedener Produkte, das Aufräumen von Regalen oder das Überprüfen des Warenbestands. Wenn Du zum ersten Mal als Inventurhilfe arbeitest, verdienst Du etwa 8 Euro pro Stunde. Vorkenntnisse werden mit rund 12 Euro pro Stunde belohnt. In der Woche sind die Arbeitszeiten zwischen 18:00 und 20:00 Uhr. Am Samstag arbeitest Du den ganzen Tag.



Kinderbetreuer/in

Du springst immer dann ein, wenn die Eltern keine Zeit haben, sich um ihr Kind zu kümmern. Du kannst entweder für Privatpersonen oder einen Sitter-Service arbeiten. Eine weitere Möglichkeit ist die Kinderbetreuung in den Spielecken großer Kaufhäuser. Du solltest gut mit Kindern umgehen können, pflichtbewusst und zuverlässig sein. Als Kinderbetreuer/in verdienst Du zwischen 5 und 8 Euro pro Stunde. In großen Kaufhäusern richtet sich Deine Arbeitszeit nach den Öffnungszeiten. Bei Privatpersonen arbeitest Du je nach Bedarf - eventuell auch nachts.



Komparse/Komparsin bei Film und Fernsehen

Als Komparse/Komparsin bist Du ein "stummer" Nebendarsteller. Du wirst zum Beispiel als Gast eines Cafés oder Passant auf der Straße zum Einsatz kommen. Um in die Kartei für Komparsen/Komparsinnen aufgenommen zu werden, braucht die jeweilige Vermittlungsagentur Portrait- und Ganzkörperaufnahmen von Dir. Wirst Du nach Drehterminen bezahlt, verdienst Du um die 61 Euro pro Termin. Ansonsten verdienst Du ca. 18 Euro pro Stunde. Arbeitszeit: Alles ist möglich, hängt ganz vom Drehtermin ab. Du kannst sowohl tagsüber als auch abends oder nachts arbeiten müssen.



Korrektor/in

Deine Aufgabe besteht darin, Texte vor ihrer Veröffentlichung Korrektur zu lesen. Um auch keine Fehler zu übersehen, solltest Du gute orthographische und grammatische Kenntnisse besitzen. Außerdem solltest Du die Zeichensetzung gut beherrschen. Als Korrektor/in verdienst Du rund 10 Euro pro Stunde. Du hast in der Regel flexible Arbeitszeiten und kannst eventuell sogar zu Hause arbeiten.



Kosmetikberater/in

Deine Aufgabe ist es, auf Hausbesuchen im privaten Umfeld verschiedene Kosmetikprodukte zu präsentieren und zu verkaufen. Du solltest ein gepflegtes Äußeres und eine sympathische Ausstrahlung haben. Außerdem benötigst Du einen Gewerbeschein. In der Regel wirst Du nach Leistung bezahlt und mit 15 bis 47 Prozent am Umsatz beteiligt. Du kannst Dir Deine Arbeitszeit frei einteilen.



Kurierfahrer/in

Du beförderst (meist geschäftliche) Päckchen und Briefe von A nach B. Du benötigst einen Gewerbeschein, den Führerschein Klasse 3 und häufig ein eigenes Auto. Außerdem solltest Du gute Ortskenntnisse besitzen. Als Kurier bekommst Du einen Stundenlohn ab 10 Euro aufwärts. Arbeitszeit: Du wirst häufig schon früh aufstehen müssen und mindestens vier Stunden am Stück arbeiten.



Mietwagenüberführer/in

Du bringst Mietwagen zu den Kunden und holst sie wieder ab. Du solltest einen Führerschein Klasse 3 besitzen und mindestens zwei Jahre Fahrpraxis haben. Außerdem solltest Du Dich gut im jeweiligen Stadtgebiet auskennen. Ab 7 Euro pro Stunde aufwärts. Je besser Du arbeitest, umso mehr Kohle gibt es für Dich. Arbeitszeit: In der Woche meist tagsüber, häufig aber sehr früh morgens (gähn). Am Sonntag eher abends.



Nachhilfelehrer/in

Du hilfst Schülern, entweder im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen ihre Noten zu verbessern. Du machst hilfst ihnen bei den Hausaufgaben und den Vorbereitungen auf Klassenarbeiten. Du solltest das Abi in der Tasche haben. Ein Studium oder spezielle Fachqualifikationen sind besonders gerne gesehen. Ab 10 Euro pro Stunde. Verdienst hängt von Deiner Qualifikation ab. Du arbeitest nachmittags und abends.



Parkplatz-Betreuer/in

Du weist den Autos Parkplätze zu, kassierst die Gebühren und sorgst für Ordnung. Für eventuelle Nachfragen von Touristen solltest Du gute Ortskenntnisse haben. Fremdsprachen sind von Vorteil. Ab 5 Euro pro Stunde. Du arbeitest sowohl in der Woche als auch am Wochenende zwischen 7:00 und 24:00 Uhr.



Partyservice-Helfer/in

Du arbeitest auf größeren Feiern und Veranstaltungen. Dort übernimmst Du die Aufgaben eines Kellners/einer Kellnerin. Du servierst das Essen, schenkst Getränke aus, räumst ab. Wichtig sind eine freundliche Ausstrahlung und ein gepflegtes Äußeres haben. Außerdem benötigst Du ein Gesundheitszeugnis. Häufig werden auch Fremdsprachenkenntnisse verlangt. Dein Stundenlohn liegt bei etwa 8 bis 9 Euro. In der Regel arbeitest Du abends, je nach Bedarf aber auch tagsüber.



Pizza-Kurier

Du belieferst Büros, kochfaule Junggesellen oder Partygeber mit Essen. Als Pizza-Kurier benötigst den Führerschein Klasse 3. Damit das Essen auch noch warm ist, wenn Du ankommst, solltest Du gute Ortskenntnisse haben. In der Regel arbeitest Du auf 400-Euro-Basis mit einem Stundenlohn zwischen 5 und 7 Euro, plus Trinkgeld. Deine Arbeitszeit hängt von den Öffnungszeiten des Pizza-Express ab. Meistens gibt es eine Mittags- und eine Abendschicht.



Promoter/in

Deine Arbeitsorte sind Probierstände in Supermärkten, Konzerte, Presseveranstaltungen o.ä. Dort versorgst Du potentielle Kunden mit Probepäckchen diverser neuer Produkte. Du solltest eine freundliche Ausstrahlung haben und auf fremde Menschen zugehen können. Häufig wird eine Körpergröße von mindesten 170 cm vorausgesetzt. In der Regel verdienen Promoter zwischen 77 und 92 Euro pro Einsatz. Zusätzlich bekommst Du die Fahrtkosten erstattet. Die Arbeitszeiten sind sehr unterschiedlich. Du arbeitest sowohl in der Woche als auch am Wochenende, tagsüber und abends.



Rikscha-Fahrer/in

Du bietest die Alternative zum Sightseeing-Bus, indem Du (hauptsächlich) Touristen mit Deiner Fahrrad-Rikscha durch die Gegend kutschierst. Du solltest mindestens 18 Jahre alt sein. Deine körperlichen Anstrengungen machen sich bezahlt. Der Stundenlohn liegt zwischen 10 und 18 Euro. Du arbeitest tagsüber und an den Wochenenden. Die Zeiteinteilung ist relativ flexibel.



Schreibkraft für Kleinanzeigen

Du arbeitest für Zeitungen und Zeitschriften, sitzt am Telefon, nimmst Kleinanzeigen entgegen und gibst sie in den Computer ein. Du solltest eine angenehme Telefonstimme haben und die deutsche Rechtschreibung gut beherrschen. Du verdienst etwa 8 Euro pro Stunde. Du arbeitest tagsüber.



Shuttle-Fahrer/in auf Messen

Du arbeitest auf Messen und fährst die von Menschenmassen und schlechter Hallenluft gestressten Besucher über das meist weitläufige Messegelände. Als Fahrer eines Shuttle-Busses benötigst Du den Führerschein Klasse 3. Außerdem musst Du Fahrpraxis nachweisen können. Das Mindestalter liegt daher bei 20 Jahren. Je nach Vorerfahrung verdienst Du etwa 9 Euro pro Stunde. Deine Arbeitszeit ist von den Öffnungszeiten der Messe abhängig.



Solarium-Service-Kraft

Du arbeitest in Sonnestudios, empfängst die Kunden, erklärst ihnen die Bedienung der Geräte. Du solltest eine gepflegte Erscheinung und eine sympathische Ausstrahlung haben. Als Service-Kraft im Solarium verdienst du ab 6 Euro pro Stunde und aufwärts. Deine Arbeitszeit richtet sich nach der Geschäftsöffnung. Du kannst sowohl tagsüber als auch abends und an Wochenenden eingesetzt werden.



Springer/in bei Mitwohn- und Mitfahrzentralen

Du regelst den Kundenverkehr am Schalter und am Telefon, nimmst Aufträge entgegen und speist den Computer mit neuen Angeboten. Du solltest Fremdsprachen-Kenntnisse haben. Der Verdienst liegt zwischen 6 bis 7 Euro pro Stunde. Du arbeitest sowohl in der Woche als auch am Wochenende - häufig auch abends bis 20:00 Uhr.



Studentische Hilfskraft

Du arbeitest dort, wo Du studierst: an der Uni. Du bereitest meist Grundkurse und Proseminare vor oder arbeitest als Tutor. Von daher solltest Du schon im Hauptstudium angelangt sein. Das Gehalt bewegt sich zwischen knapp 6 Euro an Fachhochschulen und 8 Euro an Universitäten. Das verringert sich aber dadurch, dass Du meist mehr Stunden arbeitest, als abgerechnet werden. Die Arbeitszeiten finden im normalen Uni-Alltag statt oder aber jederzeit zu Hause zur Vorbereitung.



Telefon-Banker/in

Deine Aufgabe besteht in der telefonischen Abwicklung von Bankgeschäfte, wie z.B. Überweisungen durchführen oder Daueraufträge bearbeiten. Als Telefon-Banker/in solltest du eine kaufmännische Ausbildung und/oder Berufserfahrung nachweisen können. In der Regel musst Du außerdem an einer internen Schulung teilnehmen. Der Stundenlohn liegt bei etwa 9 Euro. Da viele Banken ihre Telefone 24 Stunden besetzen, kannst Du von montags bis sonntags sowohl tagsüber als auch nachts arbeiten.



Telefon-Kontakter/in

Beim passiven Telefon-Marketing arbeitest Du in einer Telefon-Zentrale, nimmst Bestellungen entgegen, notierst die Anschrift der Kunden und gibst Auskunft über die verschiedenen Produkte. Beim aktiven Marketing rufst Du die Kunden an, informierst sie über neue Produkte oder lädst sie zu Messen ein. Da Du den ganzen Tag an der Strippe hängst, solltest Du eine angenehme Telefonstimme haben. Der Verdienst differiert von Region zu Region - ca. 8 Euro pro Stunde. Die Arbeitszeiten kannst Du Dir in der Regel sehr flexibel einteilen.



Videoladen-Fachkraft

Du arbeitest in einer Videothek, verleihst und verkaufst Videos, berätst die Kunden und verwaltest ihre Daten am PC. Freundliche, sympathische Ausstrahlung. Ab 5 Euro pro Stunde aufwärts. Arbeitszeit: Ist abhängig von den Geschäftszeiten. Videotheken haben meisten auch später abends und am Wochenende geöffnet.



Zimmermädchen

Du putzt die Hotelzimmer, machst die Betten, räumst auf. Du solltest vertrauenswürdig sein. Als Zimmermädchen verdienst Du ca. 6 bis 8 Euro pro Stunde, dazu kommt noch das Trinkgeld. In dem Zeitraum von 7:00 bis 21:00 Uhr kannst Du in unterschiedlichen Schichten arbeiten.



Zugbegleiter

Du arbeitest im Speisewagen des Zuges, nimmst Bestellungen entgegen, servierst Essen und Getränke. Außerdem läufst Du durch die einzelnen Abteile und fragst, ob die Fahrgäste etwas Wünschen, was Du ihnen aus dem Speisewagen bringen kannst. Da Du mit offenen Lebensmitteln arbeitest benötigst Du ein Gesundheitszeugnis. Als Zugbegleiter kannst Du bis zu 8 Euro pro Stunde verdienen. Zusätzlich bekommst Du Provision und Trinkgeld. Je nach Dienstplan arbeitest Du zwischen 5 und 20 Stunden, auch am Wochenende. Übernachtungen sind auch möglich, die Kosten bekommst Du erstattet.



Jobben im Ausland



Ältere Schüler oder Studenten können ihre Gedanken an einen Ferienjob durchaus auch ins Ausland schweifen lassen. Ein Job als Mickey Maus oder Kellnerin im Disneyland in Paris ist schon fast ein Klassiker, gute Französischkenntnisse vorausgesetzt. Sie können aber auch als Kinderbetreuer auf Irland arbeiten, als Helfer bei der Erdbeerernte in Finnland, als Reitlehrer in den USA oder als Bademeister in Italien. Viele Angebote im Ausland gibt es in der Reisebranche, etwa als Animateur, und aus der Landwirtschaft kommt ebenfalls weltweit Nachfrage nach Ferienjobbern. Eine gute Anlaufstelle für Schüler und Studenten, die einen Ferienjob im Ausland suchen, ist die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Arbeitsämter, Abteilung Internationaler Arbeitsmarkt, Villemombler Straße 76, 53123 Bonn, Telefon 0228/713-0, Fax 0228/713-1111. Im Internet erreicht man die ZAV über die Website der Arbeitsämter www.arbeitsamt.de, allerdings erst nach längerem Suchen. Die direkte Adresse lautet: www.arbeitsamt.de/hst/international/jobs_praktika_aupair/jobs_und_praktika/index.html



Die ZAV bietet regelrechte Programme an, geordnet nach Zielländern. Bei den Arbeitsämtern gibt es außerdem Broschüren "Jobben im Ausland". Auch unter www.ijab.de gibt es zahlreiche Tipps zum Jobben im Ausland. Wer gezielt nach einem Job in einem bestimmten Land sucht, kann neben der ZAV bei Einrichtung des Ziellandes nachfragen, etwa für die USA im Internet unter www.educationusa.de/info-materialien/das_wichtigste/sommerjobs.htm oder www.councilexchanges.de/opportunities/wat_usa/index.html oder für Großbritannien etwa unter www.britcoun.de.



Ein solcher Auslandsjob bringt noch einmal deutlich mehr Erfahrung als ein normaler Ferienjob in Deutschland. Und ein bisschen Urlaub ist meist auch dabei. Allerdings müssen Sie bedenken, dass Sie mit den Auslandsjobs nicht besonders viel Geld verdienen können. Beim Jobben im Ausland geht es mehr um die persönlichen Erfahrungen weniger ums Geld verdienen. Wer mit seinem Ferienjob viel Geld verdienen will, sollte es im Inland probieren. Die Löhne im Ausland sind eher bescheiden, erst recht wenn man die Kosten für Anreise und Unterkunft abzieht. Außerdem müssen Sie die Formalitäten des Gastlandes beachten. Das ist innerhalb der EU noch überschaubar, außerhalb aber durchaus aufwändig. Sie müssen bedenken, dass Sie gegebenenfalls ein Visum benötigen und eine Arbeitserlaubnis. Außerdem müssen Sie vorab klären, wie Sie für den Fall eines Unfalls oder einer Krankheit versichert sind. Schließlich sollten Sie sich vor der Abreise über die Besteuerung Ihres Gastlandes schlau gemacht haben und über die dort zu zahlenden Sozialabgaben.



Gesetzliche Grenzen



Gesetzliche Bestimmungen und Formalitäten gibt es aber auch hierzulande genug. Da sind die Jugendschutzbestimmungen, die vorschreiben ab welchem Alter welche Arbeit geleistet werden darf. Und da sind die Steuern und Sozialabgaben, von denen Schüler und Studenten oberhalb bestimmter Grenzen auch nicht verschont werden.



Mindestalter: Kinderarbeit ist verboten. Als Kind gilt, wer noch nicht 15 Jahre alt ist. Von 15 bis 17 Jahren ist man für das Gesetz ein Jugendlicher. Für Dreizehn- bis Vierzehnjährige gelten Ausnahmen. Ein Job in der Zeit des Schulunterrichts ist für alle verboten. Generell gilt, der Ferien- oder Nebenjob darf die Gesundheit, die Sicherheit und die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen nicht behindern und auch nicht die Leistungen in der Schule stören. Dies muss der Arbeitgeber den Eltern gegenüber gewährleisten. Diese Regelungen finden Sie im Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend (JArbSchG) § 5 Verbot der Beschäftigung von Kindern. Es gelten folgende Altersgrenzen:



Unter 13 Jahren gilt nach JArbSchG § 5 ein generelles Arbeitsverbot. Für Theater-, Musik oder Filmvorführungen gelten Ausnahmeregeln nach JArbSchG § 6 zu "behördlichen Ausnahmen für Veranstaltungen".

13 Jahre alt muss ein Schüler mindestens sein, bevor er irgendetwas arbeiten darf und auch das nur sehr eingeschränkt. Zwischen 13 und 14 Jahren dürfen Schüler leichte Aushilfstätigkeiten ausüben und zwar für höchstens zwei Stunden am Tag, nach der Schule, aber vor 18 Uhr, an höchstens fünf Tagen in der Woche. Diese Zeitgrenzen gelten auch während der Ferien. Unter leichten Aushilfstätigkeiten versteht man nach der Verordnung über den Kinderarbeitsschutz (KindArbSchV) § 2 zu "zulässigen Beschäftigungen" beispielsweise Babysitting, das Verteilen von Werbeprospekten in der Nachbarschaft oder Helfen auf dem Bauernhof der Familie, hier dürfen drei Stunden am Tag gearbeitet werden. Außerdem müssen Eltern beziehungsweise die Erziehungsberechtigten zustimmen. Kinder, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen dürfen nach JArbSchG § 7 zur "Beschäftigung von nicht vollzeitschulpflichtigen Kindern" mehr arbeiten. Sie dürfen sieben Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche arbeiten.

15 Jahre ist das Mindestalter für Schüler, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen und die Vollzeit arbeiten wollen. Die Grenze hier: Ein Fünfzehnjähriger darf in den Schulferien nach JArbSchG § 8 über die "Dauer der Arbeitszeit" höchstens vier Wochen im Jahr acht Stunden am Tag arbeiten, fünf Tage in der Woche. Die Arbeitszeit muss zwischen sechs Uhr morgens und 20 Uhr abends liegen. Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen ist auch Fünfzehnjährigen verboten. Es sei denn sie arbeiten in der Landwirtschaft, in der Gastronomie, Krankenhäusern oder Altersheimen, in einem Kiosk oder im Familienbetrieb. Zwischen den Arbeitsphasen muss nach JArbSchG § 13 zur "täglichen Freizeit" eine Pause von mindestens zwölf Stunden liegen.

16 Jahre alt müssen Schüler sein, die in Mehrschichtbetrieben zwischen fünf Uhr morgens und 23 Uhr abends arbeiten, in der Gastronomie müssen sie spätestens um 22 Uhr Feierabend machen. Sie dürfen in der Landwirtschaft neun Stunden am Tag arbeiten. Es gelten weitere Arbeitszeitregelungen für 16- und 17jährige nach JArbSchG § 14 zur "Nachtruhe".

18 Jahre alt zu sein, heißt auch in Sachen Ferien- und Nebenjob, es gilt nicht mehr der Jugendarbeitsschutz, sondern der ganz normale Arbeitsschutz der Erwachsenen.



Jugendliche haben nach JArbSchG § 11 zu "Ruhepausen und Aufenthaltsräumen" einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeitspausen. Arbeiten sie viereinhalb bis sechs Stunden, muss eine halbe Stunden pausiert werden, wird länger als sechs Stunden gearbeitet, muss eine Stunde Pause gemacht werden. Auch auf Urlaub haben Jugendliche nach Anspruch. Allerdings umso weniger je älter sie sind. Fünfzehnjährige haben laut JArbSchG § 19 zum "Urlaub" Anspruch auf 30 Tage Urlaub, sechzehnjährige auf 27 Tage, siebzehnjährige auf 25 Tage. Außerdem bestehen viele Ausnahmen zu fast allen Vorschriften, die nicht alle hier ausgeführt werden können. Im Streitfall müssen Sie die Gesetzeslage in Ihrem Einzelfall mit Ihrem Arbeitgeber oder dem Betriebs- oder Personalrat oder der Gewerkschaft klären.



JArbSchG § 5 Verbot der Beschäftigung von Kindern



(1) Die Beschäftigung von Kindern (§ 2 Abs. 1) ist verboten.



(2) Das Verbot des Absatzes 1 gilt nicht für die Beschäftigung von Kindern

zum Zwecke der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie,

im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht,

in Erfüllung einer richterlichen Weisung.



Auf die Beschäftigung finden § 7 Satz 1 Nr. 2 und die §§ 9 bis 46 entsprechende Anwendung.



(3) Das Verbot des Absatzes 1 gilt ferner nicht für die Beschäftigung von Kindern über 13 Jahre mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten, soweit die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist. Die Beschäftigung ist leicht, wenn sie auf Grund ihrer Beschaffenheit und der besonderen Bedingungen, unter denen sie ausgeführt wird,

die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder,

ihren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung, die von der zuständigen Stelle anerkannt sind, und

ihre Fähigkeit, dem Unterricht mit Nutzen zu folgen, nicht nachteilig beeinflusst. Die Kinder dürfen nicht mehr als zwei Stunden täglich, in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als drei Stunden täglich, nicht zwischen 18 und 8 Uhr, nicht vor dem Schulunterricht und nicht während des Schulunterrichts beschäftigt werden. Auf die Beschäftigung finden die §§ 15 bis 31 entsprechende Anwendung.



(4) Das Verbot des Absatzes 1 gilt ferner nicht für die Beschäftigung von Jugendlichen (§ 2 Abs. 3) während der Schulferien für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr. Auf die Beschäftigung finden die §§ 8 bis 31 entsprechende Anwendung.



(4a) Die Bundesregierung hat durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Beschäftigung nach Absatz 3 näher zu bestimmen.



(4b) Der Arbeitgeber unterrichtet die Personensorgeberechtigten der von ihm beschäftigten Kinder über mögliche Gefahren sowie über alle zu ihrer Sicherheit und ihrem Gesundheitsschutz getroffenen Maßnahmen.



(5) Für Veranstaltungen kann die Aufsichtsbehörde Ausnahmen gemäß § 6 bewilligen.



JArbSchG § 6 zu "behördlichen Ausnahmen für Veranstaltungen"



(1) Die Aufsichtsbehörde kann auf Antrag bewilligen, dass

bei Theatervorstellungen Kinder über sechs Jahre bis zu vier Stunden täglich in der Zeit von 10 bis 23 Uhr,

bei Musikaufführungen und anderen Aufführungen, bei Werbeveranstaltungen sowie bei Aufnahmen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), auf Ton- und Bildträger sowie bei Film- und Fotoaufnahmen

Kinder über drei bis sechs Jahre bis zu zwei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 17 Uhr,

Kinder über sechs Jahre bis zu drei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 22 Uhr gestaltend mitwirken und an den erforderlichen Proben teilnehmen. Eine Ausnahme darf nicht bewilligt werden für die Mitwirkung in Kabaretts, Tanzlokalen und ähnlichen Betrieben sowie auf Vergnügungsparks, Kirmessen, Jahrmärkten und bei ähnlichen Veranstaltungen, Schaustellungen oder Darbietungen.



(2) Die Aufsichtsbehörde darf nach Anhörung des zuständigen Jugendamts die Beschäftigung nur bewilligen, wenn

die Personensorgeberechtigten in die Beschäftigung schriftlich eingewilligt haben,

der Aufsichtsbehörde eine nicht länger als vor drei Monaten ausgestellte ärztliche Bescheinigung vorgelegt wird, nach der gesundheitliche Bedenken gegen die Beschäftigung nicht bestehen,

die erforderlichen Vorkehrungen und Maßnahmen zum Schutz des Kindes gegen Gefahren für Leben und Gesundheit sowie zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der körperlichen oder seelisch-geistigen Entwicklung getroffen sind,

Betreuung und Beaufsichtigung des Kindes bei der Beschäftigung sichergestellt sind,

nach Beendigung der Beschäftigung eine ununterbrochene Freizeit von mindestens 14 Stunden eingehalten wird,

das Fortkommen in der Schule nicht beeinträchtigt wird.



(3) Die Aufsichtsbehörde bestimmt,

wie lange, zu welcher Zeit und an welchem Tag das Kind beschäftigt werden darf,

Dauer und Lage der Ruhepausen,

die Höchstdauer des täglichen Aufenthalts an der Beschäftigungsstätte.



(4) Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde ist dem Arbeitgeber schriftlich bekanntzugeben. Er darf das Kind erst nach Empfang des Bewilligungsbescheids beschäftigen.



Kinderarbeitsschutz (KindArbSchV) § 2 zu zulässigen Beschäftigungen



(1) Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen nur beschäftigt werden

mit dem Austragen von Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigenblättern und

Werbeprospekten,

in privaten und landwirtschaftlichen Haushalten mit

Tätigkeiten in Haushalt und Garten,

Botengängen,

der Betreuung von Kindern und anderen zum Haushalt gehörenden Personen,

Nachhilfeunterricht,

der Betreuung von Haustieren,

Einkaufstätigkeiten mit Ausnahme des Einkaufs von alkoholischen Getränken

und Tabakwaren,

in landwirtschaftlichen Betrieben mit Tätigkeiten bei

der Ernte und der Feldbestellung,

der Selbstvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse,

der Versorgung von Tieren,

mit Handreichungen beim Sport,

mit Tätigkeiten bei nichtgewerblichen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbände, Vereine und Parteien, wenn die Beschäftigung nach § 5 Abs. 3 des Jugendarbeitsschutzgesetzes leicht und für sie geeignet ist.





(2) Eine Beschäftigung mit Arbeiten nach Absatz 1 ist nicht leicht und für Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche nicht geeignet, wenn sie insbesondere

mit einer manuellen Handhabung von Lasten verbunden ist, die regelmäßig das maximale Lastgewicht von 7,5 kg oder gelegentlich das maximale Lastgewicht von 10 kg überschreiten; manuelle Handhabung in diesem Sinne ist jedes Befördern oder Abstützen einer Last durch menschliche Kraft, unter anderem das Heben, Absetzen, Schieben, Ziehen, Tragen und Bewegen einer Last,

infolge einer ungünstigen Körperhaltung physisch belastend ist oder

mit Unfallgefahren, insbesondere bei Arbeiten an Maschinen und bei der Betreuung von Tieren, verbunden ist, von denen anzunehmen ist, dass Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können. Satz 1 Nr. 1 gilt nicht für vollzeitschulpflichtige Jugendliche.



(3) Die zulässigen Beschäftigungen müssen im übrigen den Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes entsprechen.



JArbSchG § 7 zur "Beschäftigung von nicht vollzeitschulpflichtigen Kindern"



Kinder, die der Vollzeitschulpflicht nicht mehr unterliegen, dürfen

im Berufsausbildungsverhältnis,

außerhalb eines Berufsausbildungsverhältnisses nur mit leichten und für sie geeigneten Tätigkeiten bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Auf die Beschäftigung finden die §§ 8 bis 46 entsprechende Anwendung.



JArbSchG § 8 über die "Dauer der Arbeitszeit"



(1) Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.



(2) Wenn in Verbindung mit Feiertagen an Werktagen nicht gearbeitet wird, damit die Beschäftigten eine längere zusammenhängende Freizeit haben, so darf die ausfallende Arbeitszeit auf die Werktage von fünf zusammenhängenden, die Ausfalltage einschließenden Wochen nur dergestalt verteilt werden, dass die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt dieser fünf Wochen 40 Stunden nicht überschreitet. Die tägliche Arbeitszeit darf hierbei achteinhalb Stunden nicht überschreiten.



(2a) Wenn an einzelnen Werktagen die Arbeitszeit auf weniger als acht Stunden verkürzt ist, können Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche achteinhalb Stunden beschäftigt werden.



(3) In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre während der Erntezeit nicht mehr als neun Stunden täglich und nicht mehr als 85 Stunden in der Doppelwoche beschäftigt werden.



h3>JArbSchG § 13 zur "täglichen Freizeit"



Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit dürfen Jugendliche nicht vor Ablauf einer ununterbrochenen Freizeit von mindestens 12 Stunden beschäftigt werden.



JArbSchG § 14 zur "Nachtruhe"



(1) Jugendliche dürfen nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden.



(2) Jugendliche über 16 Jahre dürfen

im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr,

in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr,

in der Landwirtschaft ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr,

in Bäckereien und Konditoreien ab 5 Uhr

beschäftigt werden.



(3) Jugendliche über 17 Jahre dürfen in Bäckereien ab 4 Uhr beschäftigt werden.



(4) An dem einem Berufsschultag unmittelbar vorangehenden Tag dürfen Jugendliche auch nach Absatz 2 Nr. 1 bis 3 nicht nach 20 Uhr beschäftigt werden, wenn der Berufsschulunterricht am Berufsschultag vor 9 Uhr beginnt.



(5) Nach vorheriger Anzeige an die Aufsichtsbehörde dürfen in Betrieben, in denen die übliche Arbeitszeit aus verkehrstechnischen Gründen nach 20 Uhr endet, Jugendliche bis 21 Uhr beschäftigt werden, soweit sie hierdurch unnötige Wartezeiten vermeiden können. Nach vorheriger Anzeige an die Aufsichtsbehörde dürfen ferner in mehrschichtigen Betrieben Jugendliche über 16 Jahre ab 5.30 Uhr oder bis 23.30 Uhr beschäftigt werden, soweit sie hierdurch unnötige Wartezeiten vermeiden können.



(6) Die Aufsichtsbehörde kann bewilligen, daß Jugendliche in Betrieben, in denen die Beschäftigten in außergewöhnlichem Grad der Einwirkung von Hitze ausgesetzt sind, in der warmen Jahreszeit ab 5 Uhr beschäftigt werden.



(7) Die Aufsichtsbehörde kann auf Antrag bewilligen, daß Jugendliche bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen, bei Aufnahmen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), auf Ton- und Bildträger sowie bei Film- und Fotoaufnahmen bis 23 Uhr gestaltend mitwirken. Eine Ausnahme darf nicht bewilligt werden für Veranstaltungen, Schaustellungen oder Darbietungen, bei denen die Anwesenheit Jugendlicher nach den Vorschriften des Gesetzes zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit nicht gestattet werden darf. Nach Beendigung der Tätigkeit dürfen Jugendliche nicht vor Ablauf einer ununterbrochenen Freizeit von mindestens 14 Stunden beschäftigt werden.



JArbSchG § 11 zu "Ruhepausen und Aufenthaltsräumen"



(1) Jugendlichen müssen im voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden. Die Ruhepausen müssen mindestens betragen

30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden,

60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden. Als Ruhepause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten.



(2) Die Ruhepausen müssen in angemessener zeitlicher Lage gewährt werden, frühestens eine Stunde nach Beginn und spätestens eine Stunde vor Ende der Arbeitszeit. Länger als viereinhalb Stunden hintereinander dürfen Jugendliche nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.



(3) Der Aufenthalt während der Ruhepausen in Arbeitsräumen darf den Jugendlichen nur gestattet werden, wenn die Arbeit in diesen Räumen während dieser Zeit eingestellt ist und auch sonst die notwendige Erholung nicht beeinträchtigt wird.



(4) Absatz 3 gilt nicht für den Bergbau unter Tage.



JArbSchG § 19 zum "Urlaub"



(1) Der Arbeitgeber hat Jugendlichen für jedes Kalenderjahr einen bezahlten Erholungsurlaub zu gewähren.



(2) Der Urlaub beträgt jährlich

mindestens 30 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 16 Jahre alt ist,

mindestens 27 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 17 Jahre alt ist,

mindestens 25 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 18 Jahre alt ist.



Jugendliche, die im Bergbau unter Tage beschäftigt werden, erhalten in jeder Altersgruppe einen zusätzlichen Urlaub von drei Werktagen.



(3) Der Urlaub soll Berufsschülern in der Zeit der Berufsschulferien gegeben werden. Soweit er nicht in den Berufsschulferien gegeben wird, ist für jeden Berufsschultag, an dem die Berufsschule während des Urlaubs besucht wird, ein weiterer Urlaubstag zu gewähren.



(4) Im übrigen gelten für den Urlaub der Jugendlichen § 3 Abs. 2, §§ 4 bis 12 und § 13 Abs. 3 des Bundesurlaubsgesetzes. Der Auftraggeber oder Zwischenmeister hat jedoch abweichend von § 12 Nr. 1 des Bundesurlaubsgesetzes den jugendlichen Heimarbeitern für jedes Kalenderjahr einen bezahlten Erholungsurlaub entsprechend Absatz 2 zu gewähren; das Urlaubsentgelt der jugendlichen Heimarbeiter beträgt bei einem Urlaub von 30 Werktagen 11,6 vom Hundert, bei einem Urlaub von 27 Werktagen 10,3 vom Hundert und bei einem Urlaub.



Steuern und Abgaben



Niemand zahlt gerne Steuern und Sozialabgaben. Für Ferienjobs gibt es eine Lösung dieses Problems: Die so genannten kurzfristigen Beschäftigungen sind von den Sozialabgaben befreit. Für sie müssen aber Steuern gezahlt werden, entweder pauschal oder über die Lohnsteuerkarte. Eine kurzfristige Beschäftigung dauert innerhalb eines Kalenderjahres nicht länger als zwei Monate oder 50 Arbeitstage bei jeweils fünf Tagen in der Woche. Für diese Tätigkeiten müssen Sie weder Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur Krankenkasse, zur gesetzlichen Pflegekasse noch zur Arbeitslosenversicherung zahlen. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung können Sie in Bezug auf die Sozialversicherungen so viel verdienen, wie Sie wollen. Wenn Sie als Schüler oder Student im Jahr nur wenig Zeit zum Jobben haben, sollten Sie über diese Vorteile der kurzfristigen Beschäftigung nachdenken. Für einen Ferienjob ist die kurzfristige Beschäftigung die beste Lösung.



WISOtipp: Nutzen Sie die Abgabenfreiheit der kurzfristigen Beschäftigung, wenn Sie nur einen begrenzten Zeitraum im Jahr jobben.



Neben der kurzfristigen Beschäftigung gibt die verschiedensten Varianten an Steuer- und Abgabenpflichten. Jede Einzelne hat ihre Vor- und ihre Nachteile.



Varianten

Stand Mai 2003



Genannt werden jeweils die Arbeitnehmeranteile



 BegrenzungSteuernGRV-BeiträgeGKV-BeiträgeGPV-BeiträgeGAV-BeiträgeMinijobsMax. 400 Euro/Monat- 1)----Gleitzone401-800 Euro/MonatPauschal 2) oder Lohnsteuerkarte 3)gleitendgleitendgleitendgleitendKurzfristige BeschäftigungMax. 2 Monate oder 50 TagePauschal 2) oder Lohnsteuerkarte 3)----Schüler-Lohnsteuerkarte 3)9,75%7,15%0,85%- 6)StudentenMax. 20 Stunden/Woche oder SemesterferienLohnsteuerkarte 3)9,75%45,67 Euro/Monat 5)7,92 Euro/Monat 5)-Studenten-Lohnsteuerkarte 3)9,75%7,15%0,85%3,25%Selbstständig-Einkommen- oder Körperschaftsteuer, eventuell Gewerbesteuer- 4)- 4)- 4)-Übungsleiter1.848 Euro/Jahr-----



1) Manche Arbeitgeber wälzen die zwei Prozent Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer ab

2) Die 25 Prozent Pauschalsteuer wird meistens auf den Arbeitnehmer abgewälzt. Hinzu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventuell sieben Prozent Kirchensteuer jeweils auf den Pauschalsteuerbetrag berechnet.

3) 863,99 Euro im Monat bleiben in Steuerklasse eins steuerfrei (Steuerkasse zwei 1.091,99 Euro, Steuerklasse drei 1.622,99). Im Jahr bleiben steuerfrei: in Steuerklasse eins 10.367 Euro, in Steuerklasse zwei 13.103 Euro, in Steuerklasse drei 19.475 Euro.

4) Sie müssen privat vorsorgen.

5) Studententarif

6) Schüler von Grund-, Haupt- oder Realschulen oder Gymnasien müssen keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen

GRV = gesetzliche Rentenversicherung

GKV = gesetzliche Krankenversicherung

GPV = gesetzliche Pflegeversicherung

GAV = gesetzliche Arbeitslosenversicherung



Minijobs

Am leichtesten für alle Beteiligten abzurechnen sind die sogenannten Mini-Jobs. Hier gelten für Schüler und Studenten dieselben Regeln wie für alle anderen auch. Das heißt, der Arbeitgeber zahlt pauschal 25 Prozent Sozialabgaben und Steuern. Der Arbeitnehmer darf nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Die Abgabenpauschale setzt sich zusammen aus zwölf Prozent Rentenversicherungsbeitrag, elf Prozent Krankenkassenbeitrag, zwei Prozent sogenannte Pauschsteuer. Sind Sie als Schüler oder Student privat krankenversichert, muss Ihr Arbeitgeber die elf Prozent Krankenkassenbeitragspauschale nicht zahlen. Sie sind also billiger als gesetzlich versicherte Arbeitnehmer. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber noch den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlen und bei kleineren Betrieben die Umlagen U1 für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und U2 für die Lohnfortzahlung bei einer Mutterschaft. Manche Arbeitgeber wälzen die zwei Prozent Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer ab und nutzen damit eine Gesetzeslücke. Es ist möglich den privatwirtschaftlichen Arbeitsvertrag so zu gestalten, dass der Arbeitnehmer einfach zwei Prozent weniger Lohn bekommt. Für die Sozialversicherungsbeiträge ist dies ausdrücklich verboten, für die Steuer nicht, obwohl es nicht im Sinne des Gesetzes ist, wo es in § 40 des Einkommensteuergesetz ausdrücklich heißt: "Der Arbeitgeber hat die pauschale Lohnsteuer zu übernehmen". Entsprechend kann der Arbeitnehmer abgewälzte Steuern auch nicht in der Steuererklärung geltend machen. Die Minijobs sind für den Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei. Sie sind aber eben auf 400 Euro im Monat beschränkt.



Steuern

Für eine Pauschalbesteuerung zieht das Finanzamt für die Steuern andere Grenzen als die Sozialversicherungen. Eine kurzfristige Beschäftigung, die pauschal besteuert wird, ist für das Finanzamt auf 18 Arbeitstage begrenzt. Der Lohn darf 12 Euro in der Stunde beziehungsweise 62 Euro pro Tag im Durchschnitt nicht übersteigen. Außerdem darf der Arbeitnehmer nur gelegentlich beschäftigt werden und seine Beschäftigung muss unvorhersehbar sofort erforderlich sein. Liegt eine kurzfristige Beschäftigung im Sinne des Finanzamtes vor, kann der Arbeitgeber anstelle der individuellen Besteuerung über die Lohnsteuerkarte 25 Prozent Pauschalsteuern zahlen und davon noch einmal 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls sieben Prozent Kirchensteuer. Da viele Arbeitgeber auch diese Pauschalsteuer auf den Arbeitnehmer abwälzen, ist es für die meisten Schüler und Studenten sinnvoller, sich über Lohnsteuerkarte besteuern zu lassen. Die Pauschalsteuer können Sie auch nicht in Ihrer Steuererklärung durch Werbungskosten oder Sonderausgaben verringern.



WISO-TippSchüler und Studenten, die mehr als 400 Euro im Monat verdienen, sind mit der Besteuerung über die Lohnsteuerkarte meist besser daran als mit einer abgewälzten Pauschalbesteuerung.



Insofern sind für Sie als Schüler oder Student die Regeln für die pauschale Besteuerung weniger wichtig. Es gibt nur wenige Fälle, in denen sich die pauschale Besteuerung lohnt, etwa wenn der Arbeitgeber die Pauschalsteuer selbst trägt und nicht abwälzt oder wenn Sie so viel verdienen, dass Sie die über Lohnsteuerkarte bezahlte Steuern nicht zurückerstattet bekommen oder wenn Sie in Steuerklasse fünf oder sechs sind, weil sie als Ehepartner in der ungünstigeren Steuerklasse sind beziehungsweise weil sie mehrere Jobs haben und auf einer zweiten Lohnsteuerkarte arbeiten müssen. Normalerweise aber sind Sie mit der Besteuerung über die Lohnsteuerkarte besser dran. Sie müssen dann zwar normale Einkommensteuer zahlen, wenn Sie in Steuerklasse eins im Monat mehr als 863,99 Euro verdienen (Steuerkasse zwei 1.091,99 Euro, Steuerklasse drei 1.622,99) bekommen Sie aber mit der Einkommensteuererklärung im nächsten Jahr zurück, solange Sie innerhalb der Freibeträge bleiben. Das sind 2003 jeweils:





in Steuerklasse eins 10.367 Euro

in Steuerklasse zwei 13.103 Euro

in Steuerklasse drei 19.475 Euro



Den Betrag, den Sie mehr verdienen, müssen Sie tatsächlich versteuern. Allerdings können Sie, wie jeder andere Einkommensteuerzahler auch, Werbungskosten (Fahrten zur Arbeit, Bewerbungskosten oder Ausgaben für Arbeitskleidung oder die eigene Fortbildung), Sonderausgaben (Versicherungsbeiträge oder Ausgaben für den Steuerberater) und außergewöhnliche Belastungen (etwa Ausgaben wegen einer Krankheit oder einer Behinderung) geltend machen. Diese Kosten müssen aber über die Pauschalen hinaus gehen. In den Beträgen oben sind die Pauschalen, insbesondere der Arbeitnehmerpauschbetrag, der Pauschale für die Werbungskosten über 1.044 Euro, schon mit eingerechnet.



In einer Branche ist die Pauschalbesteuerung allerdings attraktiv. In der Landwirtschaft werden nur fünf Prozent Einkommensteuer pauschal verlangt, zuzüglich des Solidaritätszuschlages und der Kirchensteuer, wenn die kurzfristige Beschäftigung nicht mehr als 180 Tage im Jahr dauert und nicht mehr als zwölf Euro im Monat verdient werden.



Sozialabgaben für Schüler



Wenn Sie als Schüler mehr als 400 Euro im Monat verdienen und länger als 50 Tage beziehungsweise zwei Monate in Fünftagewochen arbeiten, müssen Sie Steuern zahlen und zusammen mit Ihrem Arbeitgeber Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (2003: 19,5 Prozent des Bruttogehalts), zur Krankenkasse (2003 im Schnitt 14,3 Prozent des Bruttogehalts) und zur Pflegekasse (2003 1,7 Prozent des Bruttogehalts), so wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Als Schüler einer Grund-, Haupt- oder Realschule oder eines Gymnasiums müssen Sie allerdings keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (2003 6,5 Prozent des Bruttogehalts) zahlen. Wenn Sie zwischen 401 und 800 Euro verdienen, müssen Sie nur einen verringerten Beitrag zu den Sozialversicherungen zahlen. In dieser Spanne gilt seit 1. April 2003 eine so genannte Gleitzone.



Gleitzone



In der Gleitzone zwischen 400,01 und 800 Euro steigen die Sozialabgaben langsam an, von 20 Prozent auf 41,7 Prozent des Lohns wie die Tabelle unten aus dem WISO-Steuerbrief zeigt. Diese progressiv gestaffelte Sozialabgaben werden nach einer komplizierten Formel berechnet: Faktor x 400 + (2 - Faktor) x (Arbeitsentgelt - 400). Der Faktor ermittelt sich wie folgt: 0,25 geteilt durch den durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz von 41,7 Prozent (in 2003), gerundet auf vier Dezimalstellen. Somit ergibt sich ein Faktor von 0,5995 (0,25 : 0,417). Auf Basis der so ermittelten Bemessungsgrundlage wird der Gesamtsozialversicherungsbeitrag errechnet und zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Arbeitgeber leistet die auf das Bruttoentgelt entfallenden Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung). Der Arbeitnehmer zahlt die Differenz zum ermittelten Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Ansonsten werden die Tätigkeiten abgerechnet wie reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Das heißt, der Lohn oder das Gehalt müssen normal über die Lohnsteuerkarte versteuert werden und der Arbeitnehmer muss bei sämtlichen Sozialkassen angemeldet werden. Die Beiträge müssen wie üblich in der Summe an die Krankenversicherung überwiesen werden. Für die Gleitzonenjobs ist die Minijob-Zentrale nicht zuständig. Eine Beschäftigung knapp über 400 Euro bringt, anders als ein Minijob, den vollen Versicherungsschutz in der Krankenversicherung. In der Rentenversicherung besteht für den Arbeitnehmer, wie im Minijob, die Möglichkeit der Aufstockung, um volle Rentenversicherungsansprüche zu erwerben. Die Gleitzone ist politisch sicherlich gut gemeint gewesen. In der Praxis dürfte sie sich allerdings schnell als sehr kompliziert herausstellen. Ob viele Arbeitgeber die neuen Regeln nutzen werden, muss sich zeigen.



Monatlicher VerdienstErmäßigte Bemessungs-grundlageGesamtsozial-versicherungs-beitragArbeitgeber-anteil Arbeitnehmer-anteilErsparnis410 Euro 253,80 Euro 107,11 Euro 86,51 Euro 20,60 Euro 65,91 Euro 450 Euro 309,83 Euro 130,75 Euro 94,95 Euro 35,80 Euro 59,15 Euro 500 Euro 379,85 Euro 160,30 Euro 105,50 Euro 54,80 Euro 50,70 Euro 550 Euro 449,88 Euro 189,85 Euro 116,05 Euro 73,80 Euro 42,25 Euro 600 Euro 519,90 Euro 219,40 Euro 126,60 Euro 92,80 Euro 33,80 Euro 700 Euro 659,95 Euro 278,50 Euro 147,70 Euro 130,80 Euro 16,90 Euro 800 Euro 800,00 Euro 337,60 Euro 168,80 Euro 168,80 Euro 0,00 Euro



*) Unterstellt wird ein Krankenversicherungssatz von 14,5 Prozent



Die Abgaben innerhalb der Gleitzone werden relativ kompliziert berechnet. Sie müssen die einzelnen Werte aus der Tabelle ablesen und dann ausrechnen, ob sich für Sie ein Job in der Gleitzone eher rechnet als ein regulärer Job.



Solange Sie nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen, sind Sie über die Familie kostenlos krankenversichert, wenn Ihre Eltern Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind. Diese kostenlose Familienversicherung gilt nicht mehr, wenn Sie mehr als 400 Euro in einem Minijob monatlich verdienen oder wenn Sie 340 Euro monatlich anderweitig einnehmen. Dann müssen Sie, wie oben beschrieben, zusammen mit Ihrem Arbeitgeber Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Es ist allerdings möglich, dass Sie in die Familienversicherung zurückkehren, wenn Ihr regelmäßiges Einkommen wieder unter 400 beziehungsweise 340 Euro im Monat sinkt. Die erneute Familienversicherung müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Für privat krankenversicherte Schüler ändert sich durch einen Ferien- oder Nebenjob nichts. Der Beitrag in der privaten Krankenversicherung richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand nicht wie in der gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Einkommen. Wenn Sie Ihren Schulabschluss in der Tasche haben, bleiben Ihnen 50 Arbeitstage oder zwei Monate mit Fünftagewoche, in denen Sie arbeiten können, ohne Sozialabgaben zahlen zu müssen. Das entspricht der Regelung der kurzfristigen Beschäftigung.



Sozialabgaben für Studenten



Als Student müssen Sie, wenn Sie mehr als 400 Euro im Monat verdienen und länger als 50 Tage beziehungsweise zwei Monate in Fünftagewochen arbeiten, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (2003: 19,5 Prozent des Bruttogehalts) zahlen und den Studententarif an die Krankenkasse. Er liegt bundeseinheitlich bei jeder gesetzlichen Krankenkasse im Sommersemester 2003 bei 45,67 Euro im Monat, im Wintersemester 2003/2004 und im Sommersemester 2004 bei 46,60 Euro. Außerdem sind jeweils noch einmal 7,92 Euro für die gesetzliche Pflegeversicherung monatlich fällig. Der Studententarif ist unabhängig von Ihrem Einkommen. Auch für Studenten gilt: Wenn Sie zwischen 401 und 800 Euro verdienen, müssen Sie nur einen verringerten Beitrag zu den Sozialversicherungen zahlen. In dieser Spanne gilt seit 1. April 2003 eine so genannte Gleitzone - siehe Tabelle oben bei Schülern. Die Abgaben innerhalb der Gleitzone werden relativ kompliziert berechnet. Sie müssen die einzelnen Werte aus der entsprechenden Tabelle ablesen und dann ausrechnen, ob sich für Sie ein Job in der Gleitzone eher rechnet als ein regulärer Job.



Der Studententarif der gesetzlichen Krankenkassen wird fällig, wenn Sie als Student nicht mehr familienversichert werden können. Das ist der Fall, wenn Sie mehr als 400 Euro monatlich in einem Minijob verdienen oder monatlich mehr als 340 Euro andere Einna

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