title image


Smiley Re: Künstler - was darf, muss, soll er?
Freie Künstler sind Freiberufler. Siehe § 18 Einkommenssteuergesetz: ... zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische,... Tätigkeit, .... Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird. Damit ist klar, dass er Mitarbeiter beschäftigen kann.



Jetzt mal die wichtigsten Punkte:



- Einkommenssteuer: Er muss seine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt melden und Steuern auf den Gewinn bezahlen. Als Buchhaltung langt eine Einnahme-Überschuss-Rechnung.



- Umsatzsteuer: Kleinunternehmer im Sinne des Paragrafen 19 des Umsatzsteuergesetzes sind Steuerpflichtige, wenn Ihr Umsatz zuzüglich der darauf entfallenen Umsatzsteuer (also der "Brutto-Umsatz") im Vorjahr 16.620 EUR nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. In diesem Fall brauchen Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer zu zahlen, dürfen sie aber auch nicht auf Ausgangsrechnungen ausweisen. Das hat bei Privatkunden Vorteile, da diese im Gegensatz zu Unternehmen die gezahlte Umsatzsteuer nicht mit der in von ihnen Rechnung gestellten beim Finanzamt geltend machen können. Man kann aber die Option des Vorsteuerabzugs wahrnehmen und Umsatzsteuer, die von Lieferanten in Rechnung gestellt worden ist, sich beim Finanzamt zurückholen. Natürlich muss man dann auch im Gegenzug eigene Rechnungen mit der Umsatzsteuer belasten und diese dem Finanzamt zurückgeben. Achtung: Wer freiwillig auf die Steuerfreiheit verzichtet, legt sich damit für die nächsten fünf Jahre fest. Mit diese Festlegung will der Gesetzgeber dem "Umsatzsteuer-Hopping" vorbeugen, mit dessen Hilfe sich ansonsten interessante steuerliche Mitnahmeeffekte erzielen ließen. Wenn sich die Waren oder Dienstleistungen dauerhaft an Privatkunden richten und absehbar unter den genannten Umsatz-Grenzen bleiben werden, dann ergibt sich aus der Steuerbefreiung ein echter Angebotsvorteil: Denn die Kundschaft muss nur den Nettobetrag bezahlen, es kann also im Vergleich zur steuerpflichtigen Konkurrenz preiswerter angeboten werden. Achtung: Daraus kann dann allerdings auch ein Nachteil erwachsen: Wer aufgrund von Umsatzsteigerungen schließlich doch gezwungen ist, seinen Kleinunternehmer-Status aufzugeben und keine Gewinneinbußen in Kauf nehmen will, für dessen (private!) Kunden ergeben sich auch einen Schlag Preiserhöhungen in der Größenordnung des Umsatzsteuer-Betrags. Auf Kunstwerke wird nur der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% erhoben.



Wenn der Künstler international tätig ist, dann ist folgendes wichtig: Der Erleichterung des Warenverkehrs dient die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID) laut Paragraf § 27 a UStG: Wer über sie verfügt, kann steuerfrei in ein EU-Mitgliedsland liefern, sofern der Erwerber ebenfalls eine gültige UID hat. ´Diese UID ist beim Bundesamt für Finanzen (BfF, Außenstelle Saarlouis): Ein Anruf (Telefon: 06831 45 64 44) unter Angabe Ihrer Steuernummer sowie der Betriebs-Anschrift zu bekommen.



Renten/Krankenversicherung: Künstler sind in der Künstlersozialversicherung (www.kuenstlersozialversicherung.de) plichtversichert. Die Aufnahme muss beantragt werden. Der Staat zahlt dann die Hälfte der Beiträge, den bei Arbeitnehmern das Unternehmen tragen würden.



Zur Lektüre:

ProKunsT³ Steuern - Verträge - Versicherungen - Handbuch

für Bildende Künstlerinnen und Künstler (http://www.bbk-bundesverband.de/bbk/prokunst3.htm)



... Hoffentlich wird dies ins Archiv übernommen... Nochmal schreib ich es nicht.
Meine Beiträge geben meine Meinung oder Erfahrung wieder, wenn keine andere Quelle angegeben ist.

geschrieben von

Login

E-Mail:
  

Passwort:
  

Beitrag anfügen

Symbol:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Überschrift: