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Smiley Re: Verzwickte Frage zum Kaufrecht (Privatverkauf)
Hallo Preginho,



viele werden jetzt wahrscheinlich schreiben, "Wenn du den Gewährleistungsausschluss in deinem Angebot aufgeführt hast, kann dir nichts passieren...". Das stimmt so leider nicht.



Ich zitiere mal unkommentiert:



"Etwas anders sieht die Rechtslage bei privaten Verkäufern aus, die die oben genannten Formulierung zum Gewährleistungsausschluß verwendet haben. Grundsätzlich ist bei privaten Verkäufen ein Verkauf unter Ausschluß der Gewährleistung möglich. Dies gilt jedoch gemäß Â§ 444 BGB dann nicht, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.



Der Verkäufer kann die Gewährleistung somit nur dann ausschließen, wenn er den Käufer über Mängel an der Sache vollständig aufgeklärt hat. Hierbei kann grundsätzlich jeder Sach- oder Rechtsmangel betroffen sein und die Haftung entsprechend ausgeschlossen werden. Erforderlich ist jedoch eine konkrete und bestimmte Angabe des Mangels. Dem Verschweigen eines Mangels steht das Vorspiegeln einer bestimmter Beschaffenheit oder einer nicht gegebenen Freiheit von Mängeln gleich. Wenn also aus einer Produktbeschreibung zu entnehmen ist, dass der Gegenstand eigentlich funktionsfähig ist, darf der Käufer davon ausgehen, dass er ihm auch als funktionierend verkauft und übergeben wird.



Passiert dies nicht, ist der Haftungsausschluß für die Gewährleistung unwirksam und der Käufer kann entsprechende Rechte geltend machen.



Hat der Käufer seine Informationspflichten erfüllt, gilt § 442 BGB in dem es heißt: "Die Rechtes des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluß den Mangel kennt. Ist dem Käufer ein Mangel in Folge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat."



§ 442 BGB beinhaltet somit die Tatsache, dass der Käufer, wenn ihm Mängel an der Sache bekannt sind, entsprechende Rechte nicht geltend machen kann.



Zusammengefaßt kommt es somit für die Wirksamkeit eines Haftungsausschlusses darauf an, ob der Verkäufer die Ware ausreichend beschrieben hat. Sind keine Mängel erwähnt, wird man in der Regel davon ausgehen können, dass es sich um ein funktionierendes Produkt handelt. Ansonsten müssen zum wirksamen Ausschluß der Gewährleistung die Mängel ausdrücklich beschrieben werden.



Ein quasi formularmäßiger Haftungsausschluß, wie er neuerdings bei vielen Internetangeboten mit aufgeführt wird, dürfte somit nicht wirksam sein."

Zitat Ende



Quelle.



Falls er einen Anwalt findet, der einen Weg findet, nachzuweisen, dass der Mangel schon bei Übergabe vorhanden war, siehts schlecht aus.



Wie gesagt, FALLS(!!) er einen findet. Es kommt auf den Kaufpreis an, den ihr vereinbart habt.



Mein Tip:

Wenn du dir sicher bist, dass die PS/2 keinen Mangel hatte und er nur Vorwände sucht, warte einfach ab. Am besten wäre es natürlich, wenn du Zeugen für den guten Zustand hättest (Freunde, Kinder etc.). Die meisten Androhungen von Klagen entpuppen sich als Luftblasen.



cu

jack-2






Jemanden wie ein rohes Ei zu behandeln kann auch bedeuten, ihn in die Pfanne zu hauen.



geschrieben von

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