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Smiley Re: Schleswig-Holstein: Hund im Wald nicht an der Leine - 2.500 Euro Strafe
Hallo Markus, nein der artikel entbehrt nicht jeglicher grundlagen ich erklär dir mal warum:



Ein riss (so nennt man das) an einem stück wild von einem hund ist deutlich zu erkennen und zu identifizieren - hunde reissen und jagen wild anders wie z.b. ein luchs oder ein fuchs. Dafür gibt es typische merkmale. Wer schon mal gesehen hat wie ein hochträchtiges reh versucht einem schäferhund zu entkommen und es doch nicht schafft, der denkt auch darüber etwas anders.



Hunde tragen keine messer - können also auch nichts aufschlitzen, pferde werden von menschen geschlitzt und nicht von hunden, wölfen, bären oder luchsen, denn alle haben eine unverwechselbare art zu jagen und ihre beute zu reissen, das kann man hinterher feststellen, auch an den spuren die sie beim kampf hinterlassen und den pfotenabdrücken.



Glaube mir, förster kennen sich sehr gut mit wild und tierarten im wald aus (schliesslich haben die ein paar jahre forstwirtschaft studiert), die vermuten nicht nur, oftmals zitieren presseleute etwas anders als es gesagt wurde, mir wurden selbst schon mal worte in den mund gelegt die ich so nicht gesagt hatte und das wurde abgedruckt, ich war einen tag lang das gespött meiner kollegen die auch hunde führen - der witz macht heute noch die runde.



Motorengeräusche werden mit der zeit von wild als normal empfunden, weil sie nie näher kommen, jogger, spaziergänger, reiter und radfahrer bewegen sich zum grossteil kontrolliert auf den üblichen wirtschaftswegen, diese wege sind dem wild bekannt und sie meiden sie, oder sie wissen - hier droht keine gefahr, wild kann sehr gut zwischen normalen spaziergängern und z. b. jägern unterscheiden. Die meisten dieser leute bewegen sich auch nur auf diesen wegen und laufen nicht durch dickungen (ist ja auch sehr unbequem)



Ein hund der von der leine gelassen wird kann in notzeiten (wie sie jetzt zum beispiel herrschen) und auch brut und setzzeiten ein heilloses durcheinander in der wildwelt liefern. NUR DU ALS HUNDEHALTER SIEHST DAS JA GARNICHT WAS DA ABGEHT



Alles wild was jetzt im wald lebt hat im moment einen ruhezyklus, alle körperfunktionen sind aufs minimum heruntergefahren. Rehe und anderes schalenwild versuchen sich so wenig wie möglich zu bewegen, sie müssen das auch nicht, denn wenn die waldstruktur noch stimmt haben sie sich im sommer und herbst einen feist anäsen können und können nun davon zehren. Sie stehen meist ruhig in den dickungen und bewegen sich nur minimal.



Kommt nun ein hund dahergesprungen und stöbert diese dickungen durch, muss das wild flüchten, durch die flucht wird der stoffwechsel angekurbelt, das wild muss mehr äsen - es äst (isst) knospen von den bäumen (ja, jetzt gibts schon welche), das ist unter anderm auch stressverhalten, der verbiss an den bäumen nimmt zu - der förster muss aber makellose bäume liefern - also der abschussplan muss erhöht werden obwohl es garnicht mehr wild gibt, aber da es durch achtlos herumstreunende hunde und katzen beunruhigt gibt es den stressverbiss an den bäumen.

Auch ist es so, dass durch den verlangsamten stoffwechsel die viele nahrung dem wild nicht guttut, und es wird krank, vorallem rehe reagieren sehr empfindlich darauf.



Jetzt im winter haben die ersten wildschweine schon ihre jungen, was glaubst du was mit einem kleinen hund passiert wenn er zufällig an den kessel einer bache kommt (weil er eben NICHT an der leine ist)die gerade ihre 10 jungen gefrischt (geboren) hat??? Er wird angegriffen, wohl dem hundehalter der dann nicht in der nähe ist. Eine angreifende bache kann dich ganz locker mal für drei wochen ins krankenhaus bringen und ich kann dir versichern, wunden die dir wildschweine geschlagen haben heilen äusserst schlecht. Weibliche wildschweine sind die löwinnen unter der tierwelt, die werden zu megären wenn die glauben ihren jungen wird was getan.



Aber nicht nur die grosstiere werden von hunden beunruhigt, auch hasen und andere kleintiere haben ein recht auf einen ruhigen und artgerechten lebensraum ohne störungen von aussen, fifi kann auch auf der wiese frei laufen.



Wenn du es bedauerst, dass es keine wölfe und bären und luchse mehr in deutschland gibt ist das m.e. auch ein mangel an wirklicher information über den lebensraum und die lebensbedürfnisse dieser tiere - sie können hier nicht mehr wirklich überleben, wir haben uns zuviel von ihrem lebenraum angeeignet alsdas dieses expermient noch ohne probleme vonstatten geht. Siehe auch aktuell den fall von dem wolf der vorgestern in ???? erlegt wurde. Er hat zwei hunde von spaziergängern gerissen - das tun wölfe normalerweise nicht, aber dieser wolf zeigte kein normales verhalten mehr, weil er kein normales umfeld in unserer zubetonierten landschaft vorfinden kann.



Erst wenn wir bereit wären unsere wälder zu meiden und viele strassen sperren würden die die wälder durchschneiden und bereit wären finanzielle einbussen hinzunehmen - dann könnten wir diese wunderbaren wildtiere wieder ansiedeln - alles andere ist utopie von leuten die natur, wild und raubtiere etwas verklärt sehen, aber eben einfach nicht informiert sind.





Ich hoffe, du siehst das jetzt ein bisschen aus anderem blickwinkel



Gruss

Azo




In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben

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