title image


Smiley Re: Hilfe, wir saufen ab!
Grüß Dich PapaJoe,



also, das mit der Drainage kannst Du getrost vergessen: Da ja meherere Gebäude bzw. ganze Ortsteile davon betroffen sind, wird der Abwasserverband oder wer auch immer mit Sicherheit ein Auge auf die Eimnleitung von zusätzlichen Wässern werfen. Wenn Du versuchst, das schwarz zu machen, mußt Du das wieder abbauen, Gebühren nachzahlen, evt. Strafe zahlen und Deine Arbeit war umsonst. Aber selbst wenn Du eine Genehmigung dafür erhieltest, hättest Du eine Unmenge an Gebühren und Stromkosten zu zahlen. Und nicht zu vergessen: die Pumpe dürfte nie (!!!) ausfallen.



Was kann alles bei steigendem Grundwasser geschehen:



1,50 m Wasserdruck entsprechen 15 kN/m² (1500 kg/m² = 1,5 to/m²). Zum Vergleich: Decken in Wohngebäuden werden für 1,5 bis 2,0 kN/m², also nur 1/10 davon, ausgelegt. Wie Du Dir vielleicht jetzt vorstellen kannst, hält das eine normale Bodenplatte nicht aus, zumal sie oftmals nur unbewehrt oder nur schwach bewehrt ausgeführt werden.



Wenn Deine Bodenplatte für diese Belastung bemessen und auch noch dicht wäre, könnte auch noch folgendes Problem auftreten: Bei zu niedriger Gebäudelast schwimmt Dein Haus auf (habe ich schon bei einer Güllegrube gesehen).



Was kannst Du tun:

- Die Bodenplatte durch Aufbeton mit entsprechender Bewehrung und Verdübelung verstärken oder die alte raus und ganz neu. Das ist ein großer Aufwand, da Du ja die gesamte Fläche, also auch unter den Wänden, abdecken mußt. Wenn die Kellerwände nur gemauert sind, müßtest Du am besten die Bodenplatte nach außen ziehen und mindestenst 1,75m hoch eine Betonwand machen, die in die Bodenplatte eingespannt ist. Falls die Wände betoniert sind, kann man sie evt. durch Klebebewehrung verstärken, falls erforderlich.



- Ich hatte mal einen Versicherungsfall (Gott sei Dank nicht von mir verschuldet, war unheimlich teuer), da wurde der Boden unter der Bodenplatte durch Injektionen abgedichtet, die Wände durch Dichtbahnen. Da war aber der Wasserdruck nur gering. Es müßte untersucht werden, ob durch zustätzlichen Einbau von Stützen die Biegebeanspruchung auf das erforderlich Maß herabgesetzt werden kann oder durch Verankerung mittels Zugpfählen die Biegebeanspruchung und der Auftrieb abgefangen werden kann.



Du siehst, alles sehr, sehr aufwendige Maßnahmen. Da Bauteile in WU-Beton (wasserundurchlässig) mindestens 25 cm stark sein sollten, sind Raumverluste unvermeidlich. Außerdem ist damit zu rechnen, daß Nachverpressungen erforderlich werden (erschwerte Arbeitsbedingungen, viele Arbeitsfugen, evt. dünnere Bauteile).



- Bitter, aber auch eine Möglichkeit: den Keller aufgeben und verfüllen.



Ich würde Dir und den anderen Betroffenen raten, bewegt die Gemeinde dazu, daß sie eine Informationsveranstaltung mit Fachleuten durchführt. Es wird aber nichts daran ändern, daß jedes Gebäude auf seine statischen Verhältnisse hin untersucht werden muß.



Kopf hoch,



b.k.



PS

Noch ein Rat: Rot-Blutrot-Grün im Herbst abwählen!
b.k.

geschrieben von

Login

E-Mail:
  

Passwort:
  

Beitrag anfügen

Symbol:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Überschrift: