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Smiley Re: Wieso Lebensmittel nicht 2 mal einfrieren?
Es geht eigentlich hauptsächlich um den massiven geschmacksverlust der beim an-und auftauen entsteht.



Durch das einfrieren werden die fleischsäfte im fleisch gebunden, beim auftauen läuft der fleischsaft aus, weil die zellwände durchlässiger geworden sind und das fleisch den saft nicht mehr halten kann wie wenn es frisch vom metzger wäre.



Beim gemüse spielt sich bis auf die fleischsäfte in etwa das gleiche ab, die eiskristalle im inneren des gefrierguts sprengen die zellwände, deswegen soll man ja auch gemüse nicht erst auftauen lassen sondern gefroren zubereiten, weil dann die aromastoffe nicht so "auslaufen" können auch ist durch das platzen der zellwände eine veränderung in der struktur vom gemüse feststellbar, es wird schlapp - dem kann man zuvorkommen indem man es eben gefroren zubereitet.



Durch diese chemischen prozesse findet auch ein geschmacksverlust statt, früher hat man gemeint, das zeug wäre verdorben, aber das stimmt nicht.



Allerdings hätte ich das fleisch welches schon angetaut war, weiter auftauen lassen und es zubereitet und dann wieder eingefroren - das geht gut bei gulasch und bei rindfleisch, schweinefleisch verändert sich IMMER vom geschmack wenn es eingefroren wurde, egal ob angetaut und wieder eingefroren oder nur einmalig aufgetaut und zubereitet. Ich jedenfalls schmecke bei schweinefleisch immer ob es eingefroren war oder nicht.



Wenn du sicher weisst, wie lange das fleisch schon aufgetaut war, (war es beim schliessen der türe noch kalt - oder schon zimmerwarm?), dann passiert ausser geschmacksverlust nichts. Wenn es zimmerwarm war, setzt natürlich der zersetzungsprozess schnell wieder ein, der ist durch das einfrieren nur unterbrochen worden.



Wenn du in der gastronomie so einen gau hättest dürftest du das fleisch nicht mehr zubereiten und in den verkauf bringen.



In aufgetautem fleisch welches zusätzlich noch im beutel ist beginnt die "stickige reifung" und zersetzung die durch den einfrierprozess ja nur unterbrochen wurde, die mikroorganismen sind weiter im fleisch.



Wenn es dann noch zimmerwarm ist, findet natürlich ein schneller zersetzungsprozess mit milchsäurebakterien und auch fäulnisbakterien statt, diese finden ideale bedingungen durch die hohe temperatur und dem austretenden fleischsaft-tauwassergemisch



Einem gesunden organismus macht das nicht unbedingt viel aus, das fleisch ist etwas schmierig, riecht etwas säuerlicher (durch die milchsäuregärung), wenn man es gut abwäscht und durchbrät passiert wohl i.d.r. nicht viel. Empfindliche menschen, wie kinder, kranke, alte können durchaus mich magen-darmverstimmungen reagieren.



Wenn hähnchen mit im spiel ist, dann kannst du davon ausgehen, dass eine explosion von salmonellen in dem tauwasser stattfindet - wenn dann nicht sauber gearbeitet wird ist eine erkrankung schon vorprogrammiert.



Bei solch einer geschichte hilft immer noch am besten der olfaktorische test *s - man riecht dran - riecht es nach fleisch, dann kann man es auch wieder einfrieren - riecht es schon säuerlich oder schon ekelerregend - dann ab in die tonne.



Nun wünsche ich noch guten appetit.



Azo




In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben

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