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Smiley Re: Einsatz von FI-Schaltern, wo sinnvoll???
Hi,



SINNVOLL ist der Einsatz von FI-Schaltern eigentlich überall, da er im Zweifelsfall ernsthaft Leben retten kann! (Und zusätzlicher Brandschutz isses auch).



Vorgeschrieben ist er in Deutschland im Privathaushalt für folgende Zwecke, dort aber einer mit höchstens 30mA Auslösestrom:

- Für Bäder (Räume mit Dusch- oder Badewanne) seit 1987 (sollte seither an der Badelektrik was geändert worden sein, hätte eigenltich einer eingebaut werden müssen)

- Für Feuchträume, wozu auch Keller und Garagen zählen können

- Für den Außenbereich; wobei wenn keine Außensteckdosen vorhanden sind auch die Steckdosen IM Haus, die (Balkon-)Türen nach außen am nächsten sind dazuzählen.



Grundsätzlich. Ein FI-Schalter ersetzt keine Sicherung.

Statt Schmelzsicherungen (ich vermute mal, du hast keine NeoZED sondern DiaZED, ca. 3cm Schraubgewindedurchmesser?) verwendet man für Endstromkreise heute üblicherweise LS-Schalter ("Sicherungsautomaten").



FI-Schalter haben folgende Aufgabe - sie vergleichen den Strom im hinführenden Leiter (Außenleiter/Phase) mit dem im rückführenden Leiter (Neutralleiter). Ist hier eine Differenz größer als dem Auslösestrom vorhanden, schaltet er ab. Eine Differenz kann nämlich nur vorkommen, wenn der Strom irgendwo fließt, wo er nicht soll - z.B. über den PE (Schutzleiter) oder im schlimmsten Fall über dich!

Das abschalten geschieht dann in so kurzer Zeit, daß IM NORMALFALL selbst bei direkter Berührung noch nix lebensgefährliches passiert - ein Freibrief zum in die Steckdose langen ist das natürlich trotzdem noch nicht, dumm laufen kanns immer! (Menschen haben halt doch höhere "Fertigungstoleranzen" als Technik ;-)



Dieser Auslösestrom hängt von der Bauart des FIs ab. Als Personenschutz kommt nur ein Auslösestrom <= 30mA in Frage. Üblich in Privathaushalten sind heutzutage 30mA, wer mag nimmt fürs Bad 10mA.



Der PE ist somit NICHT am FI angeschlossen!



Wenn du eine alte Installation hast, kann es sein, daß bei dir noch klassische Nullung vorliegt. Früher wurde der Schutzleiter (PE) und der Neutralleiter (N - der übrigens von Laien oft, wohl auch von dir, FÄLSCHLICHERWEISE als Nulleiter gbezeichnet wird) zum PEN, dem NULLEITER, zusammengefasst.

Dies ist seit über 30 Jahren in Endstromkreisen verboten - aus gutem Grund. Wenn der PEN nämlich unterbrochen ist, hast du volle 230V Netzspannung auf den Gehäusen. Deswegen kann es (nur) hier zum Tod DURCH die Schutzmaßnahme führen.



Zuleitungen zu Unterverteilungen darf man ab einem Leitungsquerschnitt größer gleich 10mm² Kupfer heute noch mit PEN ausführen. Davon rate ich aber aus mehreren Gründen ab, einerseits der Sicherheitsaspekt, andererseits hat es auch Nachteile z.B. bei Vernetzung von PCs etc.

Ich persönlich würde auch Unterverteilungen nur noch mit separatem PE und N ausführen. Sollte man dann seinem Elektriker auch so sagen, daß man das so möchte. Die Leitung ist dann zwar ein kleinwenig teurer (da 5 statt 4 Adern bei Drehstrom benötigt werden), aber das sollte es einem wert sein.

Wenn - und das vermute ich für eine Standard-Garage fast - der Querschnitt kleiner als 10mm² ist, darf mans eh nicht anderst machen.



Mach mal folgenden Test: Nimm die Sicherung heraus (!) und schraub die Abdeckung einer Steckdose herunter (mehr brauchts nicht). Wenn dort nur zwei Drähte ankommen, und der Schutzkontakt an den einen der beiden anderen direkt in der Steckdose verbunden ist (dieser sollte üblicherweise grüngelb oder grau sein, muß aber nicht), hast du klassische Nullung.

Ich würde dann empfehlen, dies Schritt für Schritt zu modernisieren, und im Idealfall auch über einen FI zu führen. Zumindest, wenn in einem Raum neu tapeziert, gestrichen o.Ä. wird, würde ich stark empfehlen, dann gleich die Elektroleitungen auch neu zu verlegen. (Wenn verrohrt ist, dann kann man neue Drähte einziehen und i.d.R. ohne Schlitze klopfen modernisieren).

Zumindest im Bad würde ich dann aber ernsthaft über Modernisierung in absehbarer Zeit nachdenken :-)



Was willst du denn in der Garage alles an Geräten betreiben? Davon hängts ab, wie stark die Leitung mit Absicherung dorthin sein muß. (Ggf - wie lange muß UNGEFÄHR die Leitung sein, und ist die Garage direkt am Haus oder muß ein Erdkabel gelegt werden?)



FI etc. ist auf jeden Fall schonmal sehr löblich!



Wenn im Haus neue Verteilung nötig ist, würde ich überlegen, diese direkt so zu wählen, daß bei einer Schrittweisen Modernisierung die nötigen LS-Schalter, FIs etc. auch direkt dort eingebaut werden können.



Schönen Gruß

Didi

geschrieben von

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