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Smiley Re: Wie funktioniert eigentlich "encoding" bei Quadrofonie und Dolby ?
Quadrophonie wurde vieles genannt.

In den 60th gab es viel aber kein richtiges Quadro.

Der Weg der Raumklangcodierung war dieser:

50ger Jahre: Mono mit 3d-Effekt durch so eine Art Rhöhnrohr, das teilweise mechanisch bewegt wurde, in das ein Lautsprecher hineinquäkte (Hallraum) verzögerte das Originasignal und strahlte es nach hinten ab.

60ger Jahre: Stereo und 3d-Stereo, bei 3d-Stereo wurde einfach ein dritter Lautsprecher

zwischen die heißen Enden der Stereolautsprecher gehängt, die Aufnahmen bekamen phasenverschoben den Raumhall über ein Raummikrofon zugemischt, das dort dann herauskam und in den Raum hinter dem Hörer abgestrahlt wurde.

70ger Jahre: Das Verfahren wurde vefeinert, elektronisiert (Transistoren), es wurde ein zweiter Rückkanal decodiert, es wurde ab da Matrix-Quadrophonie genannt. Man kann es heute noch als einfachen Surrounddecoder gebrauchen.

Weiter wurde die SQ-4-Quadrophonie entwickelt, diese benötigte einen SQ-4-Decoder, sowas gab es mal zum nachfummeln in Elektor, das muß so ´74 gewesen sein. Das Verfahren hat sich nie am Markt durchgesetzt, weil keiner wußte was er damit soll. Der passende Plattenspieler hatte auch eine viel zu geringe Kanalseparation.

Als dritte Säule gab es Quadro-Diskret. Es übertrug 4 getrennte Kanäle, dafür brauchte man 4 Tonbandspuren, 4 Verstärker mit Vierfachpotis usw. Kurzum das war viel zu teuer und versank, etliche Hochpreisreceiver (Grundig, Saba, Wega, Rank) enthielten aber die Vorrichtungen dafür.

Ebenfalls in den 70gern wurde das Filmverfahren Sensurround entwickelt, einer der spektakulärsten Filme mit diesem Verfahren war "Erdbeben" 1973, die in die Kinos verbrachten übermannsgroßen Subwoofer in Reihe 1-3 der Kinos brachten neben Brechreiz in der 4. Reihe einen Vorgeschmack auf Dolby Surround der 80ger.

Aus diesem Sensurround und der 3d-Quadrophonie entwickelten die Dolby-Laboratorys das bekannte analoge 3.1 Surround. usw. usw. bie heute.



Das Kompandieren von hauptsächlich analogen Tonbandaufnahmen hat damit garnichts zu tun, außer daß genau diese Dolby-Laboratorys die meistverkauften Lizenzen für Kompandersysteme verkauften.

Am Anfang stand u.a. das Studiosystem Dolby A, ein sehr umständlich einzupegelnder mehrkanaliger Slidingband-Kompander. Aus diesem entwickelte Dolby das Dolby-B, das mit einem einzigen nebenkanal auskam, der für Aufnahme und Wiedergabe verwendbar war und damit geräteintern zu sich selbst maximal kompatibel.

Das Sytem hatte schwere Schwächen, es reagierte auf alles vom schrägstehenden Tonkopf bis zum mangelhaften Bandlauf oder eingegrenzten Frequenzgang sofort mit deutlichen Klangveränderungen, als feilten alle an besseren Systemen.

Es kam der Breitbandkompander von DBX, das HighCom von Telefunken, das wiederum dem AEG-Studiokmpander Telcom 4 abgebaut war, andere wollten Lizenzen sparen und bauten sehr suspekte Dolbyklone wie ADRESS. usw. usw. Anfang der 80ger hatte dann auch endlich Dolby selber Lust was besseres zu bauen und spaltete das Sldingband des Dolby-B in zwei Kanäle auf und nannte es Dolby-C. Die Freude war kurz und die Mängelliste lang, es klang immer noch nicht so gut wie HighCom und man machte endlich den Schritt zum Breitbandkompander Dolby-S. Was aber dank der kurz danach aufkommenden CD-Rom-Recorder nicht mehr in volem Ausmaß zum Einsatz kam.



Für alle Kompander-Systeme gibt es Customchips, sie sind aber selten gut erhältlich. Für Dolby-B (NE545), DNL & DNR (LM1881), DLPF usw. gibt es auch noch diskret Transistorschaltungen, der Nachbau lohnt kaum, zu aufbausensibel, zu inkonstant zu anfällig. Am einfachsten läßt sich HighCom nachbauen, dazu gibt es den maximal integrierten Chip U401BR, der bis auf ein paar Kondensatoren und Widerstände das gesamte System enthält. Ob der Chip noch zu bekommen ist weiß ich aber nicht, ich brauchte ihn zuletzt vor ca. 18 Jahren und da war er problemlos über die Distris zu beziehen.







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