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Smiley Re: Erklärungen Fachbegriffe und Zusammenhänge????
>Ihr sprecht hier öfters von kleinen chips und hohen pixel Zahl. Wie hängt das zusammen????<



Sehr vereinfacht ausgedrückt, weil eine umfassende Schilderung zuviel Platz erfordern würde:

Chips haben bestimmte Größen. Gängig sind derzeit 1/1,8", 1/2,5" und 1/2,7". Der Erstgenannte ist der Größte, der Letztere der kleinste Chip.

Packe ich nun auf den großen Chip von 1/1,8" 4 Millionen Pixel drauf, so kann jedes Pixel nur eine bestimmte Größe haben, damit alle drauf Platz finden. Packe ich die 4 Mio. auf den kleinsten Chip von nur 1/2,7" drauf, so sind die Pixel entsprechend klein und nahezu winzig.

Generell gilt, je größer die Pixel, um so mehr Licht können sie einfangen. Umgekehrt gilt, je kleiner, umso lichtschwächer - und (unter anderem) umso mehr Rauschen.

Ideal wäre also zB ein Chip der Größe 1/1,8" und 4 Mio. Pixel (wie zB bei der Canon Ixus 430).

Gut beschrieben ist das alles in der neuen Digitalfoto-Ausgabe der ct`.



Nun hat sich in den letzten 2 Jahren eine fatale Entwicklung breitgemacht, an der auch mit die Käufer schuld sind. Denn bei jenen zählt fast nur, "wieviele Millionen Pixel denn die Kamera hat" - und nicht so sehr die Bildqualität. Dem trägt natürlich die Industrie Rechnung, in dem sie ständig neue Kameras mit noch mehr Pixeln rausbringt.

Das Blöde daran ist, dass sie diese Mehr-Pixel meist auf dieselben Chips pressen. Hatte eine Cam also vorher 3 Mio. auf einem 1/2,5"-Chip, so sinds nun 5 Mio. auf demselben Sensor. Und das verschlechtert fast immer die Qualität.

Doch damit nicht genug: Weil kleine Chips in der Fertigung viel billiger sind als große, hat man die großen (guten) Chips sausen gelassen und packt die Mehrpixel auf noch kleinere. Beispiel Canon: Die oben erwähnte Ixus 430 hat einen 1/1,8" Chip und 4 Mio., die neuere Ixus 50 hat ein 1/2,5"-Chiplein mit 5 Mio. - und bringt deshalb weitaus schlechtere Bildergebnisse.

Diese Verschlechterung versucht man mit neuen Prozessoren etwas aufzufangen. Selbige schärfen schon in der Kamera die Bilder nach und futscheln auch sonst an den eher mäßigen Ergebnissen rum.



Weil dies jedoch auf Dauer unzufriedene Kunden bringt - denn irgendwann informiert sich auch der dümmste Knipser mal - haben die Hersteller nun erneut einen Schwenk vollzogen.

Nun werden die Mehrpixel wieder auf größere Chips gepflanzt - Beispiel Canon mit seiner Ixus 700 und 7 Mio. Pixel auf einem Chip 1/1,8".



Doch eleminiert dies auch nur die eben erwähnten Schwächen. Denn ebenso wichtig ist die Objektivqualität - und hier haperts bei fast allen kompakten Digitalkameras.



Fazit:

Generell sollte man bei einem Kauf darauf achten, dass die Kamera einen großen Chip hat und eine vernünftige Pixel-Relation. Letztere wäre zB 1/1,8"-Sensor und darauf maximal 7 Mio. Pixel. Denn egal wie der interne Prozessor noch verbessert und rumrechnet - Physik lässt sich kaum überlisten.



Und noch ein Letztes:

Man muss sich (neben dem Preislimit) einzig klar sein, WAS man fotografieren will. Nochmal am Beispiel Canon: Für unbeschwerte Automatikschnappschüsse und gelegentlich mal ein Video-Clipchen genügt zB eine Ixus 30. Für Porträts, bei denen man jedes einzelne Härchen sehen soll, muss es schon eine Ixus 430 sein. Und will man beides zusammen, sollte man zur Ixus 700 greifen.






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