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Smiley Re: vizual c++ .net = fortsetzung visual c++ 6?
Hallo,



der C++-Compiler, der mit den verschiedenen .NET-Versionen ausgeliefert wird, ist gegenüber der Visual Studio 6-Version wesentlich verbessert worden und gehört jetzt (endlich) mit zu den Compilern, die den aktuellen C++-Standard noch am besten umsetzen. Solltest du dich also jemals geärgert haben, daß Code nicht kompiliert wird, obwohl er dem Standard nach eigentlich korrekt wäre, dann bist du mit dem neuen Compiler dieses Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit los. Es gibt z.B. im WWW frei verfügbare Bibliotheken, die nur mit einem eingermaßen standard-konformen Compiler kompiliert werden können.



Auch die Entwicklungsumgebung hat sich geändert, es gibt z.B. für MFC-Anwendungen keinen Klassenassistenten mehr, es läuft einiges etwas anders als zuvor, aber das sollte keine Ausrede sein, daß man damit nicht zurechtkommt (einige beklagen sich leider am Anfang, daß sie dieses und jenes nicht mehr finden, man andere Schritte ausführen muß usw...). Interessanter werden die .NET-Versionen dann, wenn man auch "managed C++" einsetzen will, C++-Erweiterungen, mit denen man Code, der das .NET-Framework "anspricht", schreiben kann. Das .NET-Framework beinhaltet eine mächtige Sammlung von Klassen, mit denen es leichter gemacht wird, leistungsfähige Windows-Anwendungen zu erstellen, mit dem "Nachteil", daß Programme nur dann auf anderen Systemen laufen, wenn gleichzeitig das (einige MB große) .NET-Framework mit auf das Zielsystem installiert wird. In zukünftigen Windows-Versionen wird dies allerdings sowieso schon immer integriert sein, so daß es dann dieses "Problem" nicht mehr gibt.



Solcher "managed C++"-Code wird vom Compiler erst in eine "Zwischensprache" übersetzt, und erst zur Programm-Laufzeit in den eigentlichen Maschinencode kompiliert. C++ ist unter den .NET-Sprachen die einzige, mit der man noch Programme ohne Einsatz des .NET-Frameworks schreiben kann (also Programme, die vom Compiler direkt in Maschinencode übersetzt werden, oder anders ausgedrückt, Programme wie man sie mit Visual C++ 6 erstellen kann), man kann also z.B. auch noch (die leicht erweiterten) MFC einsetzen.





Also zusammengefaßt:



visual c++ .net 2003 beinhaltet einen verbesserten C++-Compiler, eine andere, neue Entwicklungsumgebung, und liefert das .NET-Framework mit, mit dem man "managed C++" (verwaltetes C++) schreiben kann.



Wenn du das nötige Kleingeld hast, du weiter unter einer Microsoft-Entwicklungsumgebung arbeiten willst, und dich für das Programmieren unter dem .NET-Framework mit C++ interessierst, dann kann man einen Versionswechsel durchaus empfehlen.



Den neuen Microsoft-Compiler, zusammen mit der Möglichkeit, auch .NET-Framework einzusetzen, kann man übrigens hier



http://msdn.microsoft.com/visualc/vctoolkit2003/



allerdings ohne Entwicklungsumgebung, kostenlos bekommen. Es ist derselbe Compiler, der auch unter den Professional Versionen von Visual Studio eingesetzt wird, so daß man sich einen ersten Eindruck verschaffen kann.



Wenn dir die Standard-Konformität des Compilers nicht so wichtig ist (und du bisher keine Probleme hattest), und du sowieso lieber reine C++-Anwendungen schreiben willst (also keine .NET-Framework-Anwendungen. Wenn du Interesse hast, später auch andere Sprachen lernen zu wollen und dabei das .NET-Framework kennen lernen willst, dann bietet sich z.B. an, sich mit C# zu befassen, das ja schon "von Haus aus" darauf konzipiert wurde, mit dem .NET-Framework eingesetzt zu werden, und keine umständlichen Syntax-Konstrukte wie bei "managed C++" erfordert, um .NET-Framework-Anwendungen zu schreiben. Allerdings soll auch bald die bessere Verbindung von C++ mit dem .NET-Framework, was die Syntax angeht, realisiert werden), kannst du auch gut und gerne bei Visual C++ 6 bleiben. Es kommt eben auch darauf an, welche Ambitionen du noch hast. Ein immer erfahrener werdender C++-Programmierer (der auch einmal alle Möglichkeiten, die der C++-Standard kennt, oder Bücher, in denen dieser vermittelt wird, einsetzen will) wird irgendwann an die Grenzen des Visual C++ 6-Compilers stossen, wohingegen, wenn du nur MFC-Programmierer bist, du ohne Probleme mit dem Visual C++ 6-Compiler weiter arbeiten kannst. In vielen Firmen wird der/die Visual C++ 6-Compiler/Entwickkungsumgebung z.B. immer noch eingesetzt.



Einen den C++-Standard besser umsetzenden Compiler bekommt man auch woanders her, so daß dieser Punkt nicht der einzige sein sollte, wenn du einen Umstieg auf eine andere Version in Erwägung ziehst.

geschrieben von

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